Bangladesch und Südkorea haben die Verhandlungen über ein umfassendes Wirtschaftspartnerschaftsabkommen (CEPA) abgeschlossen, das die bangladeschischen Einfuhrzölle auf südkoreanische Stahlprodukte schrittweise abschaffen wird. Dies markiert einen bedeutenden Wandel in der Handelspolitik zwischen den beiden Ländern. Im Rahmen des Abkommens wird Bangladesch seine bestehenden Einfuhrzölle von 5 bis 10 Prozent auf südkoreanische Warmbreitbandcoils (HRC) und Kaltbreitbandcoils (CRC) schrittweise abbauen.
Nach Angaben des südkoreanischen Ministeriums für Handel, Industrie und Energie soll der Vertrag die Wettbewerbsfähigkeit südkoreanischer Stahllieferanten auf dem bangladeschischen Markt stärken. Der Zeitpunkt des Abkommens ist von strategischer Bedeutung, da Bangladesch eine rasche Urbanisierung und Industrialisierung durchläuft, mit erheblichen Investitionen in Straßen, Eisenbahnen, Häfen, Flughäfen und Energieinfrastruktur. Diese infrastrukturintensiven Entwicklungsprogramme dürften in den kommenden Jahren eine anhaltende Nachfrage nach Flachstahlprodukten erzeugen.
Neben Stahl umfasst das CEPA flexible Ursprungsregeln für Stahl, Erdölprodukte, Chemikalien, Elektronik und Maschinen. Diese Bestimmungen ermöglichen es qualifizierten südkoreanischen Waren, die unter Verwendung bestimmter importierter Vorleistungen hergestellt wurden, von Vorzugszöllen zu profitieren und erweitern so den kommerziellen Anwendungsbereich des Abkommens. Bangladesch hat zudem zugestimmt, seine einprozentigen Zölle auf Baumaschinen, darunter Bagger und Planierraupen, sofort abzuschaffen.
Das Abkommen dürfte südkoreanischen Unternehmen über den direkten Produktexport hinaus neue Möglichkeiten eröffnen und Chancen in der Planung, dem Bau und dem Ingenieurwesen bedeutender bangladeschischer Infrastrukturprojekte schaffen. Die südkoreanischen Stahlexporte nach Bangladesch beliefen sich laut SteelOrbis im Jahr 2025 auf rund 5 Millionen US-Dollar. Der bilaterale Handel zwischen den beiden Ländern erreichte 2025 einen Wert von 2,37 Milliarden US-Dollar, was einem Anstieg von rund 20 Prozent gegenüber dem Vorjahr entspricht.
Beide Regierungen arbeiten derzeit daran, ausstehende technische Details vor der formellen Unterzeichnung des CEPA und dem Abschluss der jeweiligen innerstaatlichen Ratifizierungsverfahren zu klären. Quelle: SteelOrbis
Quelle: steelorbis.com