Chinas inländische Ölproduktion hat im vergangenen Jahr einen Rekordwert erreicht. Die Rohölförderung belief sich auf insgesamt 216 Millionen Tonnen, wie aus Daten hervorgeht, die die National Energy Administration (NEA) am 22. Juli 2026 veröffentlichte.
Auch die Erdgasproduktion stieg erheblich an, sodass die kombinierte Öl- und Gasförderung des Landes gemessen in Öläquivalent auf 420 Millionen Tonnen kletterte – ebenfalls ein neuer Rekord. Die Erdgasproduktion allein stieg gegenüber dem Vorjahr um 10 Milliarden Kubikmeter, wie die NEA berichtete. Bemerkenswert ist, dass die jährliche Wachstumsrate der Öl- und Gasförderung zum neunten Mal in Folge unverändert blieb, was die Konstanz von Chinas Strategie zur Ausweitung der vorgelagerten Förderstufe unterstreicht.
Chinas Öl- und Gasunternehmen verzeichneten zudem erhebliche Fortschritte bei der Erschließung neuer Reserven. Das neu entdeckte gewinnbare Öl- und Gasvolumen erreichte laut NEA 1,32 Milliarden Tonnen Öläquivalent, was einem Anstieg von 5,6 Prozent gegenüber dem Vorjahr entspricht. Davon entfielen 1,29 Milliarden Tonnen auf konventionelle Öl- und Gasvorkommen, während unkonventionelle Ressourcen 30 Millionen Tonnen beisteuerten.
Die Rekordzahlen bei der inländischen Produktion fallen in eine Zeit, in der Peking seine Bemühungen zur Verringerung der Abhängigkeit von importierter Energie intensiviert. Diese Bemühungen wurden durch den andauernden Konflikt zwischen den Vereinigten Staaten und dem Iran begünstigt, der Chinas Energiesicherheit paradoxerweise gestärkt hat. In den vergangenen zwei Jahren haben chinesische Unternehmen strategische Lagerstätten aggressiv mit verbilligtem russischen und iranischen Rohöl befüllt und dabei einen geschätzten Versorgungspuffer von rund 1 Milliarde Barrel aufgebaut.
Dieser Puffer ermöglichte es China, auf die Lagerbestände zurückzugreifen, als der Krieg einen Anstieg der internationalen Ölpreise auslöste, und schützte das Land so teilweise vor den vollen Auswirkungen der globalen Marktturbulenzen. Die Kombination aus gesteigerter inländischer Produktion und dem Abbau strategischer Reserven hat zu einem deutlichen Rückgang der chinesischen Rohölimporte beigetragen. Im Mai fielen die Importe laut dem Bericht auf den niedrigsten Stand seit 2017 und lagen im Durchschnitt bei 7,8 Millionen Barrel pro Tag.
Das Analyseunternehmen Kpler prognostizierte für Juni einen noch stärkeren Rückgang, wobei die Importe möglicherweise ihren schwächsten Stand seit 2016 bei rund 6,4 Millionen Barrel pro Tag erreichen könnten. Dieser Rückgang der chinesischen Importnachfrage hat dazu beigetragen, die Folgen der Angebotsunterbrechungen im Nahen Osten für die Weltwirtschaft abzufedern. Analysten haben jedoch gewarnt, dass diese Entlastung voraussichtlich nicht von Dauer sein wird.
Chinas grundlegender Bedarf an Rohöl wächst weiterhin schneller, als die inländische Produktion decken kann, weshalb eine Rückkehr zu höheren Importvolumina allgemein als unvermeidlich gilt. Trotz der Rekordproduktionszahlen ist China von einer echten Selbstversorgung bei Energierohstoffen noch weit entfernt. Die inländische Förderung des Landes liegt zwar im stetigen Wachstum, bleibt jedoch nach wie vor deutlich hinter dem Gesamtverbrauch zurück, sodass Peking auf absehbare Zeit strukturell auf internationale Märkte angewiesen bleibt.
Quelle: Irina Slav für OilPrice.com, 22. Juli 2026, unter Berufung auf Daten der chinesischen National Energy Administration (NEA) und Kpler.
Quelle: oilprice.com