Die europäischen Großhandelspreise für Erdgas sind am Freitag, dem 17. Juli 2026, auf den höchsten Stand seit fast vier Monaten gestiegen, da eskalierendeT militärische Auseinandersetzungen zwischen den Vereinigten Staaten und dem Iran Befürchtungen über eine mögliche Sperrung der Straße von Hormus schürten, einem kritischen Nadelöhr für die weltweiten Flüssigerdgasströme. Der Frontmonat-Kontrakt des niederländischen TTF-Gases, dem europäischen Referenzmarkt, kletterte im Nachmittagshandel auf 55,65 Euro pro Megawattstunde, während der entsprechende britische Frontmonat-Großhandelskontrakt auf 134,26 Pence pro Therm anstieg, wie Daten von Investing.com und Oil & Gas 360 zeigen.
Der Hauptauslöser der Marktralley ist eine sechstägige militärische Pattsituation zwischen US-Streitkräften und dem Iran. Nach jüngsten US-Luftangriffen auf Küstenverteidigungsanlagen und Raketenstützpunkte warnte Teheran vor katastrophalen Störungen der regionalen Energiekorridore. Die Befürchtungen konkretisierten sich zu einem greifbaren Versorgungsrisiko, nachdem Berichte auftauchten, wonach wichtige nahöstliche Exporteure, darunter Katar, LNG-Schiffsbewegungen in der Nähe der Straße von Hormus aufgrund erhöhter maritimer Bedrohungen vorübergehend einstellten oder umleiteten.
Die strategische Bedeutung der Meerenge kann nicht hoch genug eingeschätzt werden. Rund ein Fünftel des weltweiten LNG passiert diesen engen Durchgang, was bedeutet, dass Versorgungsunternehmen in ganz Europa nun mit der realistischen Aussicht auf eine plötzliche und drastische Verknappung des globalen Angebots konfrontiert sind. Die Bedrohung kommt zu einem besonders heiklen Zeitpunkt für die europäischen Energiemärkte.
Obwohl die Speicherbestände derzeit im saisonalen Durchschnitt liegen, ist der Kontinent nach wie vor stark auf kontinuierliche, flexible LNG-Seefrachtlieferungen angewiesen, um den Wegfall russischer Pipeline-Volumina zu kompensieren. Eine längere Blockade oder ein Schifffahrtsstopp im Persischen Golf würde den globalen Spotmarkt strukturell erschüttern, warnen Experten, und einen intensiven und kostspieligen Bieterwettbewerb zwischen europäischen Versorgungsunternehmen und energiehungrigen Käufern in Nordostasien auslösen. Die geopolitische Risikoprämie wird durch sich verschlechternde inländische Versorgungsbedingungen zusätzlich verstärkt.
Eine jüngste Phase mit niedrigen Windgeschwindigkeiten in Nordwesteuropa, kombiniert mit ungewöhnlich hohen Temperaturen in der Hochsommersaison, hat die Nachfrage nach gasbetriebener Stromerzeugung stark erhöht. Diese Dynamik begrenzt die Menge an Brennstoff, die in unterirdische Speicheranlagen eingespeist werden kann, und engt den Versorgungspuffer des Kontinents für die bevorstehende Wintersaison weiter ein. Quelle: Oil & Gas 360 / Investing.com
Quelle: oilandgas360.com