Die Zinnmärkte traten am 27. Juli 2026 in eine Phase vorsichtiger Konsolidierung ein, da sich die Händler auf eine dichte Anhäufung makroökonomischer Ereignisse vorbereiteten, während anhaltend niedrige Börsenlagerbestände weiterhin eine strukturelle Preisuntergrenze bildeten. Dies geht aus dem SMM Tin Morning Brief hervor, der von Shanghai Metals Market veröffentlicht wurde.
Am vorherigen Handelstag, dem 24. Juli, schloss der meistgehandelte SHFE-Zinnkontrakt bei 414.190 Yuan pro Metrik Tonne und verzeichnete damit einen Rückgang von 0,84 % gegenüber der Vorsitzung. In der Nachtsitzung erholte sich der Kontrakt jedoch und stieg um mehr als 1 % im Gleichklang mit LME-Zinn.
LME-Zinn wurde zuletzt bei 53.990 US-Dollar pro Metrik Tonne gehandelt und erzielte einen wöchentlichen Gewinn von 1,43 %. Am Morgen des 27. Juli konsolidierte sich der meistgehandelte SHFE-Zinnkontrakt knapp oberhalb von 410.000 Yuan pro Metrik Tonne, wobei sowohl Long- als auch Short-Teilnehmer im Vorfeld bevorstehender makroökonomischer Katalysatoren eine vorsichtige Haltung einnahmen.
Auf der makroökonomischen Front bereiten sich die Marktteilnehmer auf eine Konvergenz hochrangiger Ereignisse in der kommenden Woche vor. Dazu gehören wichtige geldpolitische Sitzungen in China zum Monatsende, die FOMC-Zinsentscheidung der US Federal Reserve sowie die konzentrierte Veröffentlichung von Investitionsausgabendaten führender ausländischer Technologie- und Rechenzentrumunternehmen. SMM-Analysten stellten fest, dass sich die Marktvolatilität in Erwartung dieser Ereignisse bereits ausgeweitet hat, und mahnten die Händler, gegenüber Preisschwankungsrisiken wachsam zu bleiben.
Die Komplexität des makroökonomischen Umfelds wird zusätzlich durch ein Wiederaufflammen hawkischer Federal-Reserve-Erwartungen und einen starken Anstieg der Ölpreise erhöht, der Basismetalle und Aktienmärkte insgesamt belastet und die finanzielle Investitionsattraktivität von Zinn dämpft. Gleichzeitig haben Anzeichen einer diplomatischen Lösung des US-Iran-Konflikts einen teilweisen Rückgang der internationalen Ölpreise ausgelöst, was Inflationssorgen etwas lindert und die Risikobereitschaft der Märkte teilweise wiederherstellt. Dennoch haben Äußerungen des ehemaligen Präsidenten Trump bezüglich einer möglichen Wiederaufnahme militärischer Operationen gegen den Iran ein verbleibendes geopolitisches Risiko unbewertet gelassen und halten die Risikoaversion als marginale Belastung für Metalle aufrecht.
Die Nachfrageentwicklung im Bereich künstliche Intelligenz bleibt eine zentrale Variable für den mittel- bis langfristigen Preisausblick von Zinn. Die Investitionsausgabendaten führender ausländischer Rechenzentrumunternehmen stehen kurz vor ihrer Veröffentlichung, wobei der Markt gespalten ist, ob deren erhöhter Investitionszyklus aufrechterhalten wird. Zur Untermauerung der strukturellen KI-getriebenen Nachfrage sind Südkoreas Halbleiterexporte stark gestiegen, und der Philadelphia Semiconductor Index erholte sich um etwa 5,74 % von seinen jüngsten Tiefständen, was die Widerstandsfähigkeit der KI-bezogenen Lötmittelnachfrage signalisiert.
Der nächste wichtige Nachfrageimpuls wird mit Beginn der Lageraufbauphase für neue Apple- und Huawei-Smartphone-Modelle erwartet, die für Ende August vorgesehen ist. Auf der Angebotsseite hält die Versorgungsknappheit aus den Bergwerken im Wa-Staat in Myanmar an, wo die Wiederaufnahme der Produktion durch die Regenzeit, Verzögerungen bei der Genehmigung von Industriesprengstoff und Herausforderungen bei der Minentwässerung eingeschränkt bleibt. Laut SMM haben diese Faktoren die Jahresgesamtproduktion auf lediglich 40 bis 50 Prozent der Kapazität vor der Betriebsunterbrechung begrenzt, wobei eine vollständige Wiederaufnahme nun voraussichtlich bis 2027 verschoben wird.
Die Behandlungsgebühren für Zinnkonzentrat stiegen im Monatsverlauf an, was auf eine gewisse Entspannung beim inkrementellen Erzzufuhrdruck für Schmelzbetriebe hindeutet. Der anhaltende Rückgang der globalen Zinnerzreserven stützt jedoch weiterhin ein stabiles Preissupportniveau. Die Nachfragebedingungen spiegeln die Vertiefung der traditionellen Sommerflaute wider.
Im Juli verhielten sich Produzenten von Photovoltaik-Schweißbändern und Unterhaltungselektronikhersteller weiterhin vorsichtig und beschränkten ihre Käufe auf kleine, bedarfsorientierte Aufträge aufgrund des hohen Preisniveaus. Nachgelagerte Lötmittel- und elektronische Verarbeitungsunternehmen zeigten eine ausgeprägte Angst vor hohen Preisen kombiniert mit einer ausgeprägten Abwartehaltung, was die Spotmarkttransaktionen begrenzte. SMM beschrieb die Handelsaktivität als von sporadischen Käufen dominiert, ohne großvolumiges Kaufinteresse, mit dem charakteristischen Merkmal nominaler Preisbildung ohne tatsächlichen Handel.
Die Lagerbestandsdynamik bietet weiterhin die greifbarste Unterstützung für Zinnpreise. Der SHFE-Zinnlagerbestand belief sich zum Berichtsdatum auf 4.322 Metrik Tonnen, ein Rückgang von 43 Metrik Tonnen gegenüber dem Vortag. Der LME-Zinnlagerbestand lag nach den neuesten verfügbaren Daten vom 23.
Juli bei 7.085 Metrik Tonnen, ein Rückgang von 140 Metrik Tonnen gegenüber dem Vortag, wobei der anhaltende Abbautrend keine Anzeichen einer Abschwächung zeigt. SMM stellte fest, dass beide Börsen historisch niedrige Lagerbestände verzeichnen, was die Preiselastizität bei Versorgungsunterbrechungen verstärkt und eine solide strukturelle Unterstützung für Zinnpreise bietet. Alle in diesem Artikel zitierten Daten und Analysen stammen von Shanghai Metals Market (SMM).
SMM weist darauf hin, dass andere Daten als öffentliche Informationen auf Basis öffentlicher Informationen, Marktkommunikation und SMMs interner Datenbankmodelle verarbeitet werden und ausschließlich zu Referenzzwecken dienen.
Quelle: news.metal.com