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China entwickelt sich zum globalen Swing-Käufer am Ölmarkt inmitten der Hormuz-Krise

Fünf Monate schwerer Störungen in der Straße von Hormuz haben es nicht vermocht, die Rohölpreise auf jene extremen Niveaus zu treiben, die viele Analysten zu Beginn des Nahostkonflikts zu Jahresbeginn vorhergesagt hatten. Obwohl mehr als 10 Prozent des weltweiten Rohölangebots dem Markt plötzlich entzogen wurden, hat der Ölpreis die Marke von 100 US-Dollar je Barrel nicht dauerhaft durchbrochen, wie ein am 30. Juli 2026 von Oilprice.com veröffentlichter Bericht darlegt.

Drei wesentliche nachfrage- und angebotsseitige Mechanismen haben einen historischen Preisanstieg verhindert. Regierungen koordinierten sich mit der IEA und schütteten gemeinsam 400 Millionen Barrel aus strategischen Erdölreserven aus, um den geschätzten Ausfall von einer Milliarde Barrel Rohöl, das in den ersten drei Konfliktmonaten nicht aus dem Golf gelangen konnte, teilweise zu kompensieren. Asiatische Volkswirtschaften setzten gleichzeitig Kraftstoffsparmaßnahmen um und drosselten den Raffineriebetrieb.

Der dritte und wohl folgenreichste Faktor war Chinas drastische Reduzierung seiner Rohölimporte. Laut dem von Energiejournalistin Tsvetana Paraskova verfassten Artikel hatte China vor dem Iran-Krieg geschätzte 1,4 Milliarden Barrel Rohöl in kommerziellen und strategischen Lagerbeständen angehäuft — die weltweit größte Ölvorratshaltung. Daten der U.S.

Energy Information Administration (EIA) bestätigten, dass China Ende 2025 über 1,397 Milliarden Barrel verfügte und damit die kombinierten strategischen Reserven der Vereinigten Staaten, Japans, der OECD-Europas, Saudi-Arabiens, Südkoreas, des Irans, der Vereinigten Arabischen Emirate und Indiens übertraf. Gestützt auf diesen gewaltigen Puffer entschied sich Peking, sich vom Spotmarkt zurückzuziehen, als sich die Hormuz-Krise verschärfte und die Preise anzogen. China reduzierte seine Rohölimporte im Juni im Vergleich zum Vorkriegsniveau um bis zu 40 Prozent, so Oilprice.com.

Die per Schiff eintreffenden Rohölmengen sanken auf knapp über 6 Millionen Barrel pro Tag (bpd) — das niedrigste monatliche Niveau seit mindestens 2016 — und markierten damit den vierten aufeinanderfolgenden monatlichen Rückgang der Importe, wie Daten von Vortexa zeigen. Die Importe aus dem Nahen Osten brachen im Juni laut Emma Li, leitende China-Ölmarktanalystin bei Vortexa, auf lediglich 2 Millionen bpd ein, verglichen mit rund 3 Millionen bpd im Mai. Die Gesamtwirkung von Chinas Importzurückhaltung war erheblich.

Pekings reduzierte Käufe bedeuteten, dass etwa 4 Millionen bpd Rohöl, die chinesische Raffinerien andernfalls benötigt hätten, über einen Zeitraum von drei Monaten nicht am Markt nachgefragt wurden und so einen bedeutenden Teil des nahöstlichen Angebotsausfalls wirksam ausglichen. Chinas Nachfragerückgang während der Krise wurde durch strukturelle Verschiebungen in seinem inländischen Energiemix verstärkt. Das Land verzeichnete einen rasant wachsenden Absatz von Elektrofahrzeugen, einen großangelegten Umstieg auf Kohlekraftwerke sowie wachsende Beiträge erneuerbarer Energiequellen — allesamt Faktoren, die die Ölnachfrage an den Rändern weiter drückten.

Die Rohölimporte im Juli haben begonnen, sich zu erholen und stiegen gegenüber dem Jahrzehnttief im Juni um geschätzte 1,5 Millionen bpd, nachdem ein vorübergehendes amerikanisch-iranisches Memorandum of Understanding — das etwa drei Wochen zwischen Mitte Juni und Anfang Juli Bestand hatte — die Straße von Hormuz kurzzeitig wieder öffnete und Millionen von Barrels aus dem Golf abfließen ließ. China beschleunigte in diesem Zeitraum auch seine Käufe russischen Rohöls. Nahöstliche Produzenten reagierten mit Preissenkungen für Juli- und August-Verschiffungen nach Asien, was chinesischen Raffinerien zusätzliche Anreize bot, ihre Lagerbestände wieder aufzubauen.

Der kurzfristige Ausblick bleibt jedoch ungewiss. Erneute Feindseligkeiten und eskalierte Bedrohungen für den Tankerschiffsverkehr sowohl in der Straße von Hormuz als auch in der Bab-el-Mandeb-Straße im Roten Meer könnten Chinas Fähigkeit einschränken, den Importanstieg aufrechtzuerhalten. Da sich die Rohölpreise zudem auf rund 90 US-Dollar je Barrel erholt haben, könnten chinesische Raffinerien ihre Käufe für Lieferungen nach September angesichts engerer Raffineriemargen zurückfahren.

Marktteilnehmer werden Chinas Rohölkaufmuster in den kommenden Wochen genau beobachten. Wie Paraskova anmerkt, hat sich Peking seit dem Ausbruch der Nahost-Krise im Februar faktisch zum Swing-Nachfragekäufer auf dem globalen Ölmarkt entwickelt, und seine Kaufentscheidungen werden ein zentraler Bestimmungsfaktor für die Ölpreisentwicklung im weiteren Verlauf des Jahres 2026 sein. Quelle: Oilprice.com, verfasst von Tsvetana Paraskova, 30.

Juli 2026. Datengrundlagen umfassen die U.S. Energy Information Administration (EIA) und Vortexa.

Quelle: oilprice.com

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