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Eurozone-Wirtschaft übertrifft Prognosen im zweiten Quartal 2026, angetrieben von KI-Investitionen und robuster Verbrauchernachfrage

FRANKFURT — Die Wirtschaft der Eurozone ist im zweiten Quartal 2026 schneller als erwartet gewachsen. Boomende Investitionen in künstliche Intelligenz, solide staatliche Ausgaben sowie eine Reihe von Einmaleffekten haben den Gegenwind durch hohe Energiekosten und den anhaltenden Konflikt mit dem Iran mehr als ausgeglichen. Das geht aus Daten hervor, die Eurostat am Donnerstag veröffentlicht hat.

Der Block der 21 Nationen verzeichnete ein vierteljährliches BIP-Wachstum von 0,4 Prozent — mehr als doppelt so viel wie die mittlere Prognose von 0,2 Prozent aus einer Reuters-Umfrage. Auf Jahresbasis beschleunigte sich das Wachstum auf 1,0 Prozent, deutlich über dem Konsensus von 0,5 Prozent. Mehrere Aufwärtskorrekturen früherer Zahlen trugen ebenfalls zum stärkeren Ergebnis bei.

Trotz der positiven Überraschung warnen Analysten, dass das Wachstum fragil bleibt und weit hinter der Entwicklung auf der anderen Seite des Atlantiks zurückbleibt. Die Vereinigten Staaten dürften 2026 um mehr als 2 Prozent wachsen, unter anderem gestützt durch umfangreiche KI-Investitionen des Privatsektors. Die meisten Prognostiker rechnen derzeit für das Gesamtjahr mit einem Wachstum der Eurozone von unter 1 Prozent — ein Wert, der bereits deutlich unter dem langfristigen Potenzial des Blocks liegt.

Dennoch sind einige positive Signale erkennbar. Die Arbeitslosigkeit blieb im Juni stabil bei 6,3 Prozent und trotzte damit den Erwartungen einer Abschwächung am Arbeitsmarkt. Ein wichtiger Wirtschaftsstimmungsindikator, der am selben Tag veröffentlicht wurde, stieg stärker als erwartet und spiegelte verbesserte Werte sowohl im Industrie- als auch im Dienstleistungssektor wider.

Die Unternehmensinvestitionen in KI haben sich in ganz Europa deutlich beschleunigt und spiegeln damit Trends in den Vereinigten Staaten wider. Der private Konsum erwies sich als widerstandsfähiger als befürchtet, während die deutsche Bundesregierung ihre seit Langem versprochenen Ausgaben für Verteidigung und Infrastruktur weiter hochgefahren hat. Die Industrie, die seit Jahren ein dauerhafter Wachstumshemmer war, zeigte überraschende Widerstandsfähigkeit gegenüber hohen Energiekosten und dürfte positiv zum Quartalsergebnis beigetragen haben.

Unter den größten Volkswirtschaften des Blocks verzeichneten Deutschland, Frankreich und Italien jeweils ein Quartalswachstum von 0,2 Prozent, während Spanien — der beständige Überflieger der Region — um 0,7 Prozent zulegte und damit die Erwartungen von 0,6 Prozent übertraf. Die Niederlande wuchsen um 0,4 Prozent, doppelt so schnell wie erwartet. Irland verzeichnete mit 3,9 Prozent ein besonders starkes Quartalswachstum, angetrieben von multinationalen Unternehmen aus dem IT- und Kommunikationsbereich, die dort aus steuerlichen Gründen ihren Sitz haben.

Das irische BIP ist jedoch bekanntermaßen volatil — im Vorquartal schrumpfte es um 7 Prozent — und Analysten ziehen es zunehmend vor, Irland bei der Bewertung des zugrunde liegenden Trends in der Eurozone auszuklammern. Mit Blick auf die Zukunft warnen Ökonomen, dass die Wachstumstreiber des zweiten Quartals möglicherweise nicht anhalten werden. Commerzbank-Ökonom Jörg Krämer wies darauf hin, dass die jüngste Eskalation des Nahostkonflikts darauf hindeutet, dass eine endgültige Einigung zwischen den Vereinigten Staaten und dem Iran noch in weiter Ferne liegt und die wirtschaftliche Erholung in der zweiten Jahreshälfte belasten dürfte.

Krämer revidierte seine Prognose für das deutsche Gesamtjahreswachstum auf 1,0 Prozent nach oben, gegenüber einer früheren Schätzung von 0,6 Prozent, und verwies dabei auf die Stärke der jüngsten Daten. Andere Analysten betonen, dass einige der Rückenwindeffekte vorübergehender Natur waren. Hohe Energiekosten und Versorgungsunterbrechungen könnten Aufträge von asiatischen Wettbewerbern zu europäischen Produzenten umgelenkt haben, während einige Unternehmen Käufe möglicherweise vorgezogen haben, um späteren Engpässen zuvorzukommen.

Wenn diese Einmaleffekte nachlassen, dürfte das dritte Quartal schwieriger werden. Die anhaltend hohen Energiekosten schlagen sich allmählich über höhere Benzinpreise, Flugtickets und Urlaubskosten auf die Verbraucher durch. Das Verbrauchervertrauen könnte weiter sinken, da die Inflation die Realeinkommen schmälert, während die höheren Zinssätze der Europäischen Zentralbank den privaten Konsum weiterhin belasten.

Bericht von Balazs Koranyi; Redaktion: Hugh Lawson. Quelle: Reuters via Kitco News.

Quelle: kitco.com

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