FM

Türkische Stahlindustrie bereit, sich an neues EU-Importregime anzupassen, sagt Verband der Exporteure

Die türkische Stahlindustrie ist nach Aussagen von Uğur Dalbeler, Vorsitzender des Vorstands des Türkischen Stahlexporteurverbands (ÇİB), gut positioniert, um sich an das neue Stahlimportregime der Europäischen Union anzupassen, das am 1. Juli 2026 in Kraft getreten ist. Das überarbeitete Importsystem der EU hat erhebliche Beschränkungen für zollfreie Stahlimporte eingeführt.

Die jährliche zollfreie Quote wurde um etwa 47 Prozent auf 18,3 Millionen Tonnen reduziert, während die Tarife außerhalb der Quote von 25 Prozent auf 50 Prozent verdoppelt wurden. Diese Maßnahmen haben zu erhöhter Handelsunsicherheit auf dem europäischen Stahlmarkt geführt. Frühe Implementierungsdaten zeigen, dass europäische Käufer mit einer Umstellung auf kürzerfristige Bestellungen, einer Verschiebung bestimmter Kaufentscheidungen und einer Neubewertung ihrer Versendungspläne reagiert haben.

Laut Dalbeler ist die primäre Herausforderung für türkische Stahlexporteure nicht mangelnde Wettbewerbsfähigkeit, sondern eher die administrativen Hindernisse für den Marktzugang, die durch das neue Regime entstanden sind. Türkei gehört zu Europas stärksten und zuverlässigsten Stahllieferanten in Bezug auf Produktqualität, Lieferzuverlässigkeit, Produktionsflexibilität und Nachhaltigkeitsstandards. Sollten die derzeitigen Quotenniveaus jedoch bestehen bleiben, drohen türkische Stahlexporte in die EU um etwa 3,5 Millionen Tonnen pro Jahr zu sinken, was zu Umsatzverlusten von 3 Milliarden Dollar führt.

Der Türkische Stahlexporteurverband überwacht die Marktentwicklungen täglich und koordiniert sich mit relevanten Regierungsinstitutionen. Die Organisation vertritt die Auffassung, dass das neue System langfristig nicht nur für Exportländer, sondern auch für europäische Stahlnutzer zu höheren Kosten und begrenzteren Lieferoptionen führen könnte. Trotz dieser Belastungen betonte Dalbeler, dass die türkische Stahlindustrie über die erforderliche Infrastruktur, operative Flexibilität und internationale Exporterfahrung verfügt, um diese schwierige Phase zu bewältigen.

Die Industrie plant, Anstrengungen in alternativen Märkten zu intensivieren, um potenzielle Exportverluste in die EU auszugleichen. Die Strategie des Verbands zielt nicht nur darauf ab, Verluste auszugleichen, die sich aus EU-Quotenbeschränkungen ergeben, sondern auch Türkeis strategische Position in globalen Lieferketten zu stärken. Um diese Ziele zu erreichen, ist die Aufrechterhaltung fairer Wettbewerbsbedingungen auf internationalen Märkten und die Unterstützung durch Maßnahmen erforderlich, die die Wettbewerbsfähigkeit türkischer Exporteure auf der globalen Bühne verbessern.

Quelle: SteelOrbis, Interview mit Uğur Dalbeler, Vorsitzender des Türkischen Stahlexporteurverbands (ÇİB)

Quelle: steelorbis.com

Möchten Sie dies mit einem unserer FT-Spezialisten besprechen?

Die Dienste von FT Mercati können 15 Tage lang kostenlos und unverbindlich getestet werden. Füllen Sie das Formular aus und wir melden uns schnellstmöglich bei Ihnen.