China verzeichnete im Juni 2026 null Lieferungen von Gallium, Dysprosium, Terbium und Yttrium nach Japan. Damit setzt sich ein monatelanger Exportstopp kritischer Mineralien fort, der die Versorgung des weltweit größten Marktes für Seltenerdmagnete außerhalb Chinas faktisch unterbrochen hat. Dies geht aus chinesischen Zolldaten hervor, auf die Reuters sich beruft.
Der Exportstopp besteht seit etwa Dezember 2025 – mit Ausnahme begrenzter Yttrium-Lieferungen – und ist auf eine deutliche Verschlechterung der sino-japanischen Diplomatie zurückzuführen. Auslöser waren Äußerungen der japanischen Premierministerin Sanae Takaichi zu Taiwan. Peking reagierte mit umfassenden Exportkontrollen für eine Reihe strategischer Mineralien und schnitt Japan damit von wichtigen Vorprodukten für seinen hochwertigen Fertigungssektor ab.
Die vier Mineralien im Zentrum des Streits spielen in zahlreichen Hochtechnologiebranchen eine entscheidende Rolle. Gallium ist ein unverzichtbarer Werkstoff in der Halbleiterfertigung und der Magnetherstellung, während Dysprosium, Terbium und Yttrium als unersetzliche Vorprodukte für Hochleistungs-Permanentmagnete gelten, die in Verteidigungssystemen, Elektrofahrzeugen, Infrastruktur für erneuerbare Energien und einer Vielzahl weiterer Zukunftstechnologien eingesetzt werden. Die Handelsdaten für Juni zeigen außerdem, dass die Vereinigten Staaten im zweiten Monat in Folge keine Lieferungen dieser vier Mineralien erhielten.
Dies ist besonders bemerkenswert, da China dem Vernehmen nach das Exportverbot für Gallium in die USA Ende vergangenen Jahres aufgehoben hatte – was darauf hindeutet, dass die Versorgungsunterbrechung für die amerikanische Industrie in der Praxis weiterhin ungelöst ist. Die anhaltenden Exportbeschränkungen unterstreichen Chinas dominante Stellung in den globalen Lieferketten für Seltene Erden. Laut Mining.com.au produziert China mehr als die Hälfte des weltweiten Angebots an Seltenen Erden und verfügt über den größten Teil der globalen Verarbeitungskapazitäten, was Peking einen erheblichen Hebel über die Verfügbarkeit kritischer Mineralien verleiht, die weltweit die Verteidigungs-, Elektronik- und Saubere-Energie-Industrie stützen.
Die Lage stellt Japans Fertigungssektor vor erhebliche Herausforderungen. Dieser ist bei seiner Automobil-, Robotik- und Elektronikindustrie in hohem Maße auf Seltenerdmagnete angewiesen. Die anhaltende Versorgungsunterbrechung dürfte die Bemühungen japanischer Unternehmen und der Regierung beschleunigen, die Bezugsquellen zu diversifizieren und alternative Lieferketten außerhalb Chinas aufzubauen.
Quelle: Mining.com.au, Bericht von Jackson Chen, unter Bezugnahme auf Reuters und chinesische Zolldaten.
Quelle: mining.com.au