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Sperrstände der Straße von Hormuz schaffen Kipppunkt-Risiko für Ölmarkt, Kursziel 120-140 Dollar

Die Ölmärkte sind zwischen konkurrierenden Narrativen eingeklemmt, da die Verhandlungen zwischen den USA und dem Iran über die Kontrolle der Straße von Hormuz weiterhin festgefahren sind, wie eine am 13. August 2026 von OilPrice.com veröffentlichte Analyse zeigt. Die Blockade hat eine prekäre Situation geschaffen, in der stimmungsgetriebene Preisbewegungen mit sich verschlechternden physischen Versorgungsgrundlagen kollidieren.

Die Straße von Hormuz ist nun seit fast sechs Monaten weitgehend geschlossen, seit die Kämpfe am 28. Februar 2026 begannen, wobei der Tankertransport nun die niedrigsten Werte in zwei Monaten erreicht hat. Diese anhaltende Störung hat eine beispiellose Engpässituation auf den globalen Energiemärkten geschaffen, obwohl Rohöltermine die Schwere der zugrunde liegenden Versorgungskrise noch nicht widergespiegelt haben.

Marktanalysten zeigen auf zwei kritische Faktoren hin, die verhindern, dass Rohölpreise trotz der Versorgungsunterbrechungen zu historischen Höchstständen ansteigen. Erstens hat China seine Ölimporte im Mai und Juni 2026 auf zehnjährige Tiefstände deutlich reduziert, was dazu beitrug, die Preise zu drücken. Zweitens lieferten massive Freisetzungen aus globalen strategischen Erdölreserven einen Puffer, der die Abrechnung des Marktes mit physischen Engpässen verzögerte.

Darüber hinaus cushionten große Ölmengen, die zu Beginn des Konflikts in Tankern gelagert waren, die anfänglichen Auswirkungen ab. Jedoch werden diese Abmilderungsfaktoren schnell aufgebraucht. China hat vor kurzem zu erhöhten Rohölimporten zurückgekehrt, globale Inventarfreisetzungen erschöpfen sich selbst, und die massiven schwimmenden Ölbestände nehmen ab.

Analysten warnen nun, dass ein kritischer Kipppunkt Ende September oder Anfang Oktober 2026 eintreten könnte, wenn die Hormuz-Ströme schwer eingeschränkt bleiben. Kieran Tompkins, Senior Economist für Klima und Rohstoffe bei Capital Economics, teilte CNBC mit, dass Rohölpreise bei 120-140 Dollar pro Barrel bis Anfang Q4 2026 erreichen könnten, wenn die Straße geschlossen bleibt und die OECD-Bestände weiterhin schnell sinken. Diese Bewertung basiert auf historischen Präzedenzfällen während vorheriger Versorgungskrisen.

Der akuteste Druck entsteht eher bei raffinierten Produkten als bei Rohöl selbst. Diesel-, Gasöl- und Flugzeugtreibstoffversorgung sind aufgrund von Störungen in Raffinerien des Nahen Ostens und Russlands beispiellosen Engpässen ausgesetzt. Die Raffineriegewinnspannen sind im Atlantikbecken auf Rekordniveaus angestiegen und signalisieren extreme Versorgungsengpässe bei mittleren Destillaten.

Die Internationale Energieagentur berichtete, dass die globalen Raffinerie-Rohöldurchsätze im Juli 2026 etwa 5 Millionen Barrel pro Tag unter dem Vorjahreswert blieben. Obwohl die US-Treibstoffexporte um etwa 700.000 Barrel pro Tag gegenüber Juli 2025 anstiegen, fiel der globale Seehandel mit Erdölprodukten um 3,8 Millionen Barrel pro Tag ab, getrieben durch plummernde Diesel- und Flugzeugtreibstoffexporte aus Russland und dem Nahen Osten. Der Brent-Rohölpreis stieg am Mittwoch über 89 Dollar pro Barrel, als widersprüchliche Aussagen zur Kontrolle der Straße auftauchten.

Der Iran erklärte, die Wasserstraße würde geschlossen bleiben, bis die USA seine Bedingungen erfüllen und den Krieg beenden, während Präsident Donald Trump behauptete, die Vereinigten Staaten hätten totale Kontrolle über die Straße. Diese rhetorischen Auswechslungen haben die Marktbewegungen bestimmt, obwohl Analysten vermuten, dass der Markt die Verschärfung der Fundamentaldaten zu wenig gewichtet. Amrita Sen, Gründerin und Forschungsleiterin bei Energy Aspects, charakterisierte die Rohöl-Situation als fundamental bullischer, als die aktuelle Preisentwicklung widerspiegelt.

Ole Hansen, Leiter der Commodity-Strategie bei Saxo Bank, betonte, dass raffinierte Produkte weiterhin der kritische Engpass sind, wobei mittlere Destillate von Raffineriestörungen und Spitzensommernachfrage unter außergewöhnliche Belastung geraten. Die IEA vermerkte in ihrem August 2026 Oil Market Report, dass der Markt zwar gegen Ende des Jahres wieder zu einem Überschuss zurückkehren wird, die Risiken jedoch erheblich bleiben und die Dringlichkeit der Wiedereröffnung der Straße zugenommen hat, da die zuvor verfügbaren Inventarpuffer schnell aufgebraucht werden. Analysten erwarten, dass Volatilität ein bestimmendes Merkmal der Ölmärkte bleibt, bis die Straße von Hormuz tatsächlich wieder geöffnet wird und die Produktion sichtbar anzieht.

Der Destillate-Komplex und die Form der Terminkurve liefern derzeit die klarsten Signale dafür, wie angespannt der zugrunde liegende Energiemarkt geworden ist. Quelle: OilPrice.com, 13. August 2026

Quelle: oilprice.com

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