Große Ölkonzerne berichten im zweiten Quartal 2026 von Rekordgewinnen, wobei die Schließung der iranischen Straße von Hormuz und geopolitische Störungen beispiellose Chancen für die Branche schaffen. Nach Berichten des Washington Monthly erzielte Chevron seine höchsten vierteljährlichen Gewinne aller Zeiten, BP mehr als verdoppelte seine Gewinne Jahr für Jahr, und Exxon verdoppelte seine Jahresgewinne trotz eines Rückgangs seiner vorgelagerten Produktion um 10 Prozent. Diese drei Unternehmen allein erwirtschafteten durchschnittliche tägliche Ölgewinne von über 400 Millionen Dollar, wie von NPR zitiert.
Der bedeutendste Treiber erhöhter Verbraucherbrennstoffpreise ist jedoch nicht allein die Rohölknappheit, sondern vielmehr ein struktureller Engpass bei der globalen Raffineriekapazität. Während die Rohölpreise seit Anfang 2026 um 28 Prozent gestiegen sind, sind die Benzinpreise im selben Zeitraum um 51 Prozent in die Höhe geschossen, was darauf hindeutet, dass Raffinerien ihre Inputkosten weitergeben und dabei erhebliche Margen aufschlagen. Die Raffineriegewinne haben historische Niveaus erreicht.
BP's Raffineriemarge beispielsweise ist von 12 Dollar pro Barrel 2025 auf 30 Dollar pro Barrel im zweiten Quartal 2026 gestiegen und ist im dritten Quartal auf 42 Dollar pro Barrel geklettert. Der Benchmark 3-2-1 Crack Spread, der die Preisdifferenz zwischen drei Barrels Rohöl und der Produktion von zwei Barrels Benzin und einem Barrel Diesel misst, ist vom Bereich von 25 bis 30 Dollar pro Barrel in der Frühzeit 2026 auf Höchstwerte von 72,22 Dollar pro Barrel angeschwollen. Zum Vergleich: Das höchste Niveau nach Russlands Invasion der Ukraine 2022 lag bei 54,34 Dollar pro Barrel, laut Daten von RBN Energy vom 13.
August 2026. Die Grundursache dieser Raffineriekrise stammt aus geopolitischen Störungen, die systematisch globale Raffineriekapazität außer Betrieb genommen haben. Die Vergeltungsschläge des Iran auf Öl- und Gasinfrastruktur im Golf haben die Raffinerieproduktion des Mittleren Ostens um 27 Prozent Jahr für Jahr reduziert, wie vom Rohstoffinformationsdienst Kpler berichtet.
Gleichzeitig ist die Drohnenkampagne der Ukraine gegen russische Raffinerien so wirksam gewesen, dass sie Russland möglicherweise von einem Nettoexporteur zu einem Nettoimporteur von Fossilien umwandeln könnte. Zwischen den Konflikten im Iran und in der Ukraine sind fast 9 Prozent der globalen Raffineriekapazität derzeit offline, wie Reuters berichtet. Dieses Raffineriekapazitätsdefizit ist zur bindenden Beschränkung der Treibstoffversorgung geworden.
Die Exekutivdirektorin der Internationalen Energieagentur Faith Birol merkte an, dass die Raffinerieaktivität und Produktangebot nicht proportional mit den Rohöllieferungen gestiegen sind, was bedeutet, dass Märkte für raffinierte Ölprodukte einschließlich Diesel und Benzin erheblich angespannter sind als Rohölmärkte. US-amerikanische Raffinerien haben bereits die Grenzen ihrer Kapazität erreicht und liefen während des gesamten Sommers nahezu bei voller Auslastung. Darren Woods, CEO von ExxonMobil, bestätigte, dass diese hohen Margen zu hohen Produktpreisen führen, von denen wir auch wissen, dass sie erhebliche Auswirkungen auf die Verbraucher haben, aber da das Unternehmen bei 97 Prozent Auslastung arbeitet, sind zusätzliche Produktionssteigerungen durch physische Infrastrukturlimits begrenzt.
Das grundlegende Problem ist, dass die US-amerikanische Raffineriekapazität in den letzten Jahrzehnten erheblich abgenommen hat. Die Anzahl der US-amerikanischen Raffinerieanlagen ist von 301 im Jahr 1982 auf 130 im Jahr 2026 gefallen, mit einer Gesamtraffineriekapazität, die seit 2019 um 1,2 Millionen Barrel pro Tag zurückgegangen ist, laut Forbes. Die Implikationen für die Politik sind erheblich.
Hohe Benzin- und Dieselpreise werden sich nicht einfach normalisieren, wenn die Straße von Hormuz wieder öffnet. Nach RBN Energy Prognosen werden die Exporte raffinierten Ölprodukte aus dem Mittleren Osten erst Ende 2027 normal zurückkehren, angesichts des Ausmaßes der Infrastrukturschäden, und die russischen Raffinerieoperationen werden bis zur Beendigung der Feindseligkeiten stark eingeschränkt bleiben. Der Artikel plädiert für sofortige politische Intervention statt eines abwartenden Ansatzes.
Vorgeschlagene Lösungen beinhalten gesetzliche Preisdeckel oder Windfall-Steuern auf übermäßige Raffineriegewinne, ähnlich wie Maßnahmen, die vom Vereinigten Königreich und der Europäischen Union nach der Energiekrise 2022 verhängt wurden. Senator Sheldon Whitehouse aus Rhode Island hat eine Windfall-Tax-Gesetzgebung vorgeschlagen. Langfristige Lösungen beinhalten erhöhte Investitionen in erneuerbare Energien und Elektrifizierung, um die Anfälligkeit für Fossilien-Versorgungsschocks und geopolitische Störungen zu verringern.
Quelle: Washington Monthly, Artikel von Dylan Gyauch-Lewis, veröffentlicht am 14. August 2026.
Quelle: washingtonmonthly.com