Die Ölpreise sind am frühen Mittwoch im asiatischen Handel auf die Marke von 100 Dollar pro Barrel gestiegen, da sich die geopolitischen Spannungen im Nahen Osten verschärft haben und die Aussichten auf diplomatische Gespräche zwischen den USA und dem Iran sowie eine kurzfristige Normalisierung der regionalen Ölströme geschwunden sind. Brent-Rohöl, der internationale Maßstab, sprang um 2,25% nach oben und überschritt die Marke von 100 Dollar pro Barrel während des frühen europäischen Handels und erreichte 100,12 Dollar. Dies ist das höchste Niveau für Brent seit dem 24.
Juli, als die erste von mehreren Nahost-Eskalationen einen anfänglichen Anstieg der Rohölbewertungen auslöste. Der US-amerikanische Maßstab, West Texas Intermediate (WTI), legte ebenfalls deutlich zu, stieg um 1,80% auf 94,67 Dollar und nähert sich der 95-Dollar-Marke pro Barrel. Die Kursrallye in dieser Woche wurde durch erneute Feindseligkeiten zwischen den USA und dem Iran angetrieben.
Das US Central Command gab am späten Dienstag bekannt, dass amerikanische Militärkräfte fünf iranische Rohöltanker zerstört hatten, um auf die Zielerfassung eines US-Kriegsschiffs durch die Iranische Revolutionsgarde (IRGC) mit ballistischen Raketen zu reagieren. Vier der Tanker, die als M/T Kaviz, M/T Charminar, M/T Horizon 1 und M/T Riesco identifiziert wurden, wurden im Golf von Oman zerstört, während M/T Derya in der Nähe der Insel Kharg getroffen wurde. Die Situation eskalierte weiter, als der Iran mit ballistischen Raketen auf Jordanien zurückschoss.
Nach Angaben der jordanischen Streitkräfte wurden 20 ballistische Raketen vom iranischen Gebiet aus abgefeuert, wobei jordanische Kräfte 18 davon abfingen und zerstörten. Die verbleibenden zwei Raketen fielen auf unbewohnte Gebiete, ohne dass Verluste zu beklagen wären. Der Iran warnte auch davor, dass Schiffe im Persischen Golf zum Ziel werden könnten.
Die regionale Sicherheitskrise wurde durch anhaltende Anschläge auf die Energieinfrastruktur verschärft. Die Huthi aus dem Jemen, Verbündete des Iran, haben Energieeinrichtungen in Saudi-Arabien und anderen regionalen Standorten ins Visier genommen und erhöht damit die Bedenken vor möglichen Störungen der Ölversorgungsströme. Analysten bei ING wiesen auf die begrenzte Aussicht auf eine Lösung hin.
Die Rohstoffstrategen Warren Patterson und Ewa Manthey stellten in einem Bericht vom Mittwoch fest, dass die jüngsten Entwicklungen darauf hindeuten, dass Verhandlungen noch in weiter Ferne liegen. Sie teilten mit, dass die Märkte wahrscheinlich weiterhin eine beträchtliche Risikoprovisionen angesichts des unsicheren geopolitischen Umfelds einpreisen werden. Quelle: Oilprice.com, Bericht von Tsvetana Paraskova
Quelle: oilprice.com