Die globalen Finanzmärkte bereiten sich auf eine bedeutsame Woche vor, in der U.S. Beschäftigungsdaten und mehrere geldpolitische Entscheidungen der Zentralbanken erwartungsgemäß Bewegungen in Devisen- und Rentenmärkte großer Volkswirtschaften prägen werden. In den Vereinigten Staaten werden die Nonfarm Payrolls für August im Mittelpunkt der Woche stehen, wobei die Veröffentlichung der Daten für Freitag angesetzt ist.
Diese Zahlen werden entscheidende Einsichten in die Widerstandsfähigkeit des Arbeitsmarkts und Lohndrücke bieten und Anlegern helfen, die Wahrscheinlichkeit einer Leitzinserhöhung der FED zu bewerten. Der Economist James Knightley von ING merkte an, dass der Arbeitsmarktbericht ein Schlüsselfaktor dafür sein wird, ob die FED am 16. September die Leitzinsen erhöht, wobei mit einer bescheidenen Erholung von etwa 65.000 Stellen im August gerechnet wird.
FED-Vorsitzender Kevin Warsh hat angedeutet, dass die Inflation weiterhin ein zentrales Anliegen der Entscheidungsträger bleibt, und erklärt, dass die Zentralbank davon überzeugt sein muss, dass die zugrundeliegende Inflation mit ausreichender Geschwindigkeit auf ihr Ziel hinarbeitet. Nach LSEG-Daten haben U.S. Geldmärkte eine Wahrscheinlichkeit von 57 Prozent einer Leitzinserhöhung um 25 Basispunkte im September eingepreist, wobei eine Erhöhung für Dezember vollständig eingepreist ist.
Vor der Arbeitsmarktdaten am Freitag werden in der Wirtschaftsagenda die JOLTS-Stellenangebote für Juli am Dienstag, ADP-Privatsektor-Lohnzahlen für August am Mittwoch und wöchentliche Arbeitslosenerstanträge am Donnerstag folgen. Der ISM-Fertigungsindex für August wird ebenfalls am Dienstag erwartet, gefolgt vom Services-PMI am Donnerstag. In Kanada wird die Bank of Canada ihre Leitzinsentscheidung am Mittwoch bekannt geben, wobei erwartet wird, dass die Zentralbank ihren wichtigsten Politikzins bei 2,25% beibehält.
Marktteilnehmer werden genau auf Kommentare zu wirtschaftlichen Risiken aus den eskalierenden Handelsspannungen zwischen den U.S. und Kanada achten, die sich nach der Ankündigung von Vergeltungszöllen ergeben. Karl Schamotta, leitender Marktanalyst bei Corpay, deutete an, dass die Bank of Canada zwar wahrscheinlich die wirtschaftliche Stärke vor den Zöllen anerkennen wird, aber die gegenwärtige Handelsunsicherheit das Vertrauen der Unternehmen erheblich belastet. Die Eurozone wird sich auf Inflationsentwicklungen konzentrieren, mit vorläufigen Inflation-Datenveröffentlichungen für August, die in der gesamten Region angesetzt sind.
Deutschlands Blitzschätzung ist für Montag angesetzt, gefolgt von Italien und Eurozonen-Daten am Dienstag. Analysten von RBC Capital Markets erwarten einen Anstieg der Inflation auf 3,6 Prozent von 2,9 Prozent im Juli, hauptsächlich durch Energiepreiserhöhungen getrieben. Fertigungs- und Services-PMI-Daten für große Eurozonen-Volkswirtschaften sind für Dienstag und Donnerstag angesetzt.
In Asien wird erwartet, dass Chinas offizieller Fertigungs-PMI unter der 50er-Linie bleibt, die Expansion von Kontraktion trennt, wobei eine Wall Street Journal-Umfrage eine Lesung von 49,5 für August gegenüber 49,2 im Juli vorhersagt. Private Fertigungs- und Services-PMI-Kennzahlen werden das Bild am Dienstag und Mittwoch komplettieren. Die Bank of Japan generiert weiterhin Marktaufmerksamkeit bezüglich der Aussichten auf geldpolitische Straffung.
Vorstandsmitglied Hajime Takata wird am Mittwoch sprechen, da die Markterwartungen für eine Zinserhöhung im September auf etwa 85 Prozent Wahrscheinlichkeit erhöht bleiben. Ökonomen der Barclays haben einen Basisfallszenario für eine BOJ-Erhöhung im September, gefolgt von zwei weiteren Erhöhungen im Januar und Juli 2027. In Neuseeland wird erwartet, dass das Treffen der Zentralbank am Mittwoch eine weitere Leitzinserhöhung um 25 Basispunkte bringt, wobei Ökonomen bei Nomura Zuversicht in dieses Ergebnis ausdrücken.
Australien wird am Mittwoch Bruttoinlandsprodukts-Daten für das zweite Quartal veröffentlichen, was Spekulationen über Entscheidungen der Reserve Bank of Australia zu Leitzinsen beeinflussen könnte. Quelle: Dow Jones Newswires, veröffentlicht 31. August 2026
Quelle: in.marketscreener.com