Die Zinkpreise haben auf der London Metal Exchange ihr höchstes Niveau seit vier Jahren erreicht, angetrieben durch einen schweren Versorgungsengpass und dramatisch geleerte westliche Lagerbestände. LME-Zink zur Barausgleichung schloss am 27. August 2026 bei USD 4.107 pro Tonne, was den höchsten Preis seit Juni 2022 markiert.
Dies stellt einen Anstieg von 55 Prozent gegenüber einem Tief von Mitte 2025 bei etwa USD 2.650 pro Tonne dar, nach Angaben von Investing News Network. Der Haupttreiber des Preisanstiegs ist die dramatische Verringerung der physischen Bestände. Die LME-Lagerhausbestände sind um 64 Prozent von 264.000 Tonnen im Dezember 2024 auf etwa 95.000 Tonnen zusammengebrochen und haben Niveaus erreicht, die seit April 2023 nicht mehr verzeichnet wurden.
Die verfügbaren Metallvorräte bleiben kritisch eng und erzeugen unmittelbare Versorgungsdruck auf dem physischen Markt. Die Bestandsverknappung konzentriert sich auf westliche Märkte, während die Lagerbestände der Shanghai Futures Exchange steigen. Dieses geografische Ungleichgewicht hat die Prämie von importiertem Zink gegenüber inländischem chinesischem Metall auf USD 720 pro Tonne getrieben, was die breiteste Spanne seit 2022 darstellt.
Der Markt erlebt ein prognostiziertes physisches Defizit von 87.000 metrischen Tonnen bis Ende Mai, das sich aus Rohstoffknappheit auf Produktionsebene ergibt. Größere Zinkproduzenten haben im Frühjahr 2026 erhebliche Produktionsrückgänge gemeldet. Unternehmen wie Glencore und Teck Resources verzeichneten starke Leistungseinbußen aufgrund alternder Anlagen und niedrigerer Erzgehalte.
Nach HSBC-Prognosedaten im Artikel wird die globale Zinkproduktion im Jahr 2026 um 2,1 Prozent Jahr-über-Jahr auf 12,5 Millionen Tonnen zurückgehen. Darüber hinaus haben knappe Konzentratangebote die Behandlungsgebühren auf historische Tiefstände getrieben und erzeugen zusätzlichen Druck auf westliche Schmelzer, die bereits mit erhöhten Energiekosten kämpfen. Trotz Produktionsproblemen verschieben sich die Rentabilitätsdynamiken auf Minenebene erheblich aufgrund von Nebenproduktkrediten.
Die S&P Global Market Intelligence-Forschung zeigt, dass die globalen Zink-All-in-Sustaining-Kosten für Primärminen im Jahr 2026 um 6,4 Prozent auf 85,17 Cent pro Pfund sinken werden. Diese Verbesserung wird jedoch nicht durch erhöhte Bergbaueffizienz angetrieben. Stattdessen gleichen in die Höhe schießende Silber- und Bleiguthaben die Kernabbaukosten aus.
Zinklagerstätten sind überwiegend polymetallischer Natur, was bedeutet, dass der Zinkabbau typischerweise erhebliche Mengen an Silber und Blei als Nebenprodukte erzeugt. Mit Silber, das 2026 durchschnittlich USD 73,35 pro Unze prognostiziert wird, und Blei in der Nähe von USD 2.000 pro metrischer Tonne, sind diese Nebenproduktkredite für die Wettbewerbsfähigkeit von Minen entscheidend geworden. Bei aktuellen Edelmetallpreisen können Kredite aus Silber- und Bleiproduktion die Zinkabbaukosten für bestimmte Operationen vollständig ausgleichen und negative gemeldete Zinkkosten generieren.
Größere Zinkproduzenten, die dem LME-Preisanstieg ausgesetzt sind, haben seit Januar 2026 erhebliche Eigenkapitalgewinne verzeichnet. Analysten erwarten jedoch, dass die Zinkpreise trotz kurzfristiger Erhöhung letztendlich stabilisieren werden. Eine aussagekräftige Erleichterung des Zinkkonzentratmarkts hängt davon ab, dass neue Angebote online gehen.
Das Kipushi-Projekt von Ivanhoe Mines in der Demokratischen Republik Kongo soll bis zu 290.000 metrische Tonnen Zink im Jahr 2026 liefern, was zur Bewältigung der Versorgungsengpässe beitragen könnte. Die andauernde Rallye widerlegt frühere Erwartungen eines globalen Zinküberschusses, den Analysten Anfang 2026 vorhergesagt hatten. Stattdessen haben schwere Konzentratknappheit den Markt in ein strukturelles Defizit getrieben, das die aktuellen chinesischen Bestandsgewinne nicht ausgleichen können, so der Artikel.
Quelle: investingnews.com