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Studie der Fed: Geldpolitische Überraschungen beeinflussen Haushaltssentiment unterschiedlich je nach Inflationsumfeld

Ein neuer wirtschaftlicher Kommentar der Federal Reserve Bank of Cleveland untersucht, wie unerwartete Änderungen der Geldpolitik das Haushaltssentiment beeinflussen, und zeigt, dass die Auswirkungen stark vom vorherrschenden Inflationsumfeld abhängen. Die Forscher Alexander Cline und Chengcheng Jia analysierten Daten vom Mai 2004 bis November 2024 mit dem University of Michigan Consumer Sentiment Index (MSCI), um die Haltung der Haushalte zu ihren persönlichen Finanzen und den breiteren wirtschaftlichen Aussichten zu messen. Die Studie verwendete hochfrequente geldpolitische Überraschungen, definiert als unerwartete Änderungen des Federal Funds Rate innerhalb eines 30-Minuten-Fensters um Ankündigungen des Federal Open Market Committee (FOMC).

Die erste Analyse nach konventioneller Wirtschaftstheorie ergab, dass geldpolitische Überraschungen keine signifikante lineare Auswirkung auf das Haushaltssentiment hatten, unabhängig davon, ob andere makroökonomische Nachrichten berücksichtigt wurden. Dies galt auch, wenn die Analyse die COVID-19-Pandemierezession von März 2020 bis März 2021 ausschloss. Die Forscher stellten außerdem fest, dass eine Trennung der Reaktionen vor und nach der Pandemie keine statistisch signifikanten Unterschiede ergab.

Die Forschung zeigt jedoch eine staatabhängige Beziehung, wenn das Inflationsumfeld berücksichtigt wird. Wenn die Inflation im Monat vor einer geldpolitischen Entscheidung niedrig war – definiert als eine Veränderung des Verbraucherpreisindex von Monat zu Monat unter 0,2 Prozent – erhöhte eine unerwartete Zinserhöhung das Haushaltssentiment erheblich. Konkret war eine Standardabweichungserhöhung der geldpolitischen Überraschung mit einem Anstieg des MSCI von 1,43 Prozent während Phasen niedriger Inflation verbunden.

Umgekehrt, wenn die Inflation im Vormonat hoch war – definiert als eine Veränderung des Verbraucherpreisindex von Monat zu Monat über 0,2 Prozent – senkte eine unerwartete Zinserhöhung das Haushaltssentiment erheblich. Unter diesen Bedingungen war dieselbe Standardabweichungserhöhung der geldpolitischen Überraschung mit einem Rückgang des MSCI von 1,38 Prozent verbunden. Diese Ergebnisse blieben konsistent, wenn alternative Definitionen hoher Inflation verwendet wurden, wie z.B.

Verbraucherpreisindex-Veränderungen von Monat zu Monat über 0,3 Prozent. Die Forscher interpretieren diese staatabhängigen Erkenntnisse durch die Linse der Theorie rationaler Unaufmerksamkeit und des Informationseffekts der Geldpolitik. Bei niedriger und stabiler Inflation neigen Haushalte dazu, makroökonomischen Nachrichten nur geringe Aufmerksamkeit zu schenken, da die Vorteile eines Informiertseins niedrig sind.

In diesem Umfeld können unerwartete geldpolitische Entscheidungen Informationen über den breiteren Zustand der Wirtschaft signalisieren. Haushalte könnten eine unerwartete Zinserhöhung als Beweis dafür interpretieren, dass die Federal Reserve die Wirtschaft für stärker hält als bisher angenommen, was das Sentiment erhöht. Im Gegensatz dazu sind Haushalte bei hoher Inflation aufmerksamer gegenüber makroökonomischen Bedingungen und verfügen über relativ präzise Informationen über den Zustand der Wirtschaft.

In diesem Fall wird eine unerwartete Zinserhöhung einfach als Erhöhung der Kreditkosten wahrgenommen, ohne zusätzliche Informationen über die Wirtschaftskraft zu vermitteln, wodurch das Sentiment im Einklang mit der standardmäßigen New-Keynesian-Wirtschaftstheorie gesenkt wird. Die Studie vermerkt, dass die durchschnittliche monatliche Veränderung des MSCI im Zeitraum nach der Pandemierezession von April 2021 bis November 2024 niedriger war als in der Gesamtstichprobe von Mai 2004 bis November 2024. Die durchschnittliche geldpolitische Überraschung war während der Zeit nach der Pandemie positiv, was darauf hindeutet, dass die tatsächliche Geldpolitik straffer ausfiel als erwartet, obwohl dieser Unterschied statistisch nicht signifikant war.

Die Erkenntnisse tragen zur breiteren wissenschaftlichen Debatte darüber bei, wie Haushalte auf makroökonomische Informationen reagieren. Frühere Studien haben gemischte Ergebnisse geliefert, wobei einige Untersuchungen darauf hindeuten, dass unerwartete Politikstraffungen zu einer sofortigen Verschlechterung des Haushaltssentiments führen, während andere Studien gezeigt haben, dass Haushalte im Vergleich zu professionellen Prognostizierern und Finanzmarktakteuren weitgehend unaufmerksam gegenüber makroökonomischen Informationen sind. Die Federal Reserve Bank of Cleveland veröffentlichte diese Forschung als Economic Commentary 2026-20 am 31.

August 2026. Der Kommentar ist Teil der laufenden Bemühungen der Cleveland Fed, politische Entscheidungsträger und die Öffentlichkeit über Wirtschaftsfragen zu informieren, die Gemeinden im ganzen Land betreffen.

Quelle: clevelandfed.org

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