Dreimonats-Zink an der London Metal Exchange erreichte 3.990 US-Dollar pro Tonne, da der globale Minenausstoß in der ersten Jahreshälfte 2026 um 2,6 Prozent gegenüber dem Vorjahr fiel, was eine starke Umkehrung gegenüber dem Wachstum von 4,8 Prozent im Vorjahr markiert, wie Finimize auf der Grundlage von Daten der International Lead and Zinc Study Group berichtet. Der Zinkmarkt zeigt Zeichen erheblicher Versorgungsengpässe, wobei das an der LME registrierte Lagerbestand bei nur 100.525 Tonnen steht. Kritischerweise ist fast ein Drittel dieses Bestands an stornierte Optionsscheine gebunden, was bedeutet, dass das Metall zum Abtransport bestimmt ist und nicht unmittelbar zur Lieferung verfügbar ist.
Diese angespannte Versorgungssituation hat Cash-Prämien auf erhöhte Niveaus getrieben, wobei der LME-Kassakurs mit einer Prämie von 139 US-Dollar über dem Dreimonats-Kontrakt gehandelt wird, nachdem ein Höchststand von mehr als 230 US-Dollar pro Tonne in der Vorwoche erreicht wurde. Die Marktstruktur spiegelt wider, was Händler als Backwardation bezeichnen, einen Zustand, in dem Lieferpreise für sofortige Lieferung die Terminkurse übersteigen. In dieser Umgebung sind Anleger und Hedger mit erhöhten Kosten beim Rollen von Short-Positionen konfrontiert, da sie wiederholt den Spread zwischen Kassa- und Terminpreisen zahlen müssen.
Diese Dynamik berechnet Marktteilnehmern effektiv eine Prämie für unmittelbaren Zugang zu physischem Zink. Analysten, darunter Reuters-Kolumnist Andy Home, deuten darauf hin, dass dieses Muster eher auf eine angebotsgetriebene Situation hinweist als nur auf eine vorübergehende Marktenge. Da die Schmelzerkapazität nicht proportional zum sinkenden Minenausstoß sinkt, konkurrieren die Produzenten aggressiver um Konzentrate.
Diese Dynamik könnte westliche Käufer zunehmend gefährden, wenn knappe Rohstoffversorgung und Betriebsunterbrechungen auf dem Markt anhalten. Die Backwardation-Struktur und die schrumpfenden Bestände konzentrieren die Marktvolatilität auf den Kassa-bis-Dreimonats-Spread und physische Prämien, anstatt nur auf den reinen Kurs. Für westliche Verbraucher und Händler, die ihre unmittelbaren Bedürfnisse absichern, präsentiert die aktuelle Marktstruktur eine herausfordernde Situation, da schrumpfende lieferbare Bestände und erhöhte Cash-Prämien die Kosten für die Sicherung unmittelbarer Zinkversorgung erhöhen.
Quelle: finimize.com