Die Houthi-Milizen im Jemen haben ihre Angriffe über die saudische Ölinfrastruktur hinaus auf das Ölfeld Shaybah ausgeweitet, wie OilPrice.com berichtet. Dadurch steigt das Risiko, dass Saudi-Arabien gezwungen sein könnte, einen Teil seiner Förderung stillzulegen. Am Dienstag, dem 20.
Oktober 2026, notierte ICE Brent bei 108 Dollar je Barrel und lag damit rund 5 Dollar über dem US-Referenzwert WTI. Die Quelle bezeichnet den saudisch-houthischen Konflikt als wichtigste Versorgungsgeschichte der Woche, quantifiziert die möglicherweise betroffenen Mengen jedoch nicht. Die Risikoprämie breitet sich auf die gesamten Energiemärkte aus.
Die asiatischen LNG-Preise stiegen laut dem Bericht über 30 Dollar je MMBtu beim JKM-Referenzwert und erreichten damit den höchsten Stand seit Dezember 2022. Treiber waren wiederholte Angriffe auf Tanker im Nahen Osten und in Europa sowie die sich verschlechternde Winterprognose für Europa. Die Quelle verweist außerdem auf den ersten Houthi-Angriff auf LNG-Schiffe: Die UK Maritime Trade Operations (UKMTO) meldeten Treffer auf einem beladenen Schiff, das die Meerenge Bab el-Mandeb passieren wollte.
Die im katarischen Besitz befindliche al Kharsaah sei am Wochenende der einzige LNG-Träger in der Nähe der jemenitischen Küste gewesen und habe eine seltene Passage durchs Rote Meer unternommen, um katarisches LNG nach Polen zu liefern. Auch die europäischen Gasmärkte stehen unter Druck. Der niederländische TTF-Referenzwert ist stark gestiegen, was nach Einschätzung von OilPrice.com den Weg für weitere globale LNG-Preiserhöhungen ebnet.
Die Befüllung der EU-Gasspeicher ist faktisch zum Erliegen gekommen; die Speicherfüllstände liegen EU-weit unter 75 Prozent der Kapazität. Die Nachfrage in Asien ist uneinheitlich. Laut dem Bericht haben China und Japan ihre LNG-Käufe im Vergleich zum Vorjahr um 8 bis 10 Prozent reduziert, da sie die Stromerzeugung aus Kernkraft und erneuerbaren Energien maximieren wollen.
Die LNG-Importe Europas lagen in den vergangenen 30 Tagen im Durchschnitt bei 175.000 Tonnen und damit 9,5 Prozent über dem saisonalen Fünfjahresdurchschnitt. Auf der Rohölseite stieg der chinesische Rohöldurchsatz im September gegenüber dem Vormonat um 0,6 Prozent auf 14 Millionen Barrel pro Tag, gestützt durch starke Produktexporte. Gleichzeitig sanken die Rohölimporte im Jahresvergleich um 21 Prozent, und die rechnerisch ermittelten Lagerbestände nahmen um 530.000 Barrel pro Tag ab.
Auch Saudi-Arabiens Verkaufsstrategie für Rohöl gerät unter Druck. Die Verhandlungen über Langfristverträge für 2027 zwischen Saudi Aramco und asiatischen Raffinerien sind laut dem Bericht, der sich auf Bloomberg beruft, ins Stocken geraten. Im Kern steht die Frage, ob Spotkäufe während des US-Iran-Krieges auf die Verpflichtungen für 2026 angerechnet werden.
Einige Käufer sind nicht bereit, zusätzliche Mengen für 2027 abzunehmen. Die politischen Entscheidungsträger reagieren. IEA-Chef Fatih Birol erklärte, die Mitgliedsländer könnten weitere Notfallfreigaben von Ölreserven koordinieren, wobei die sofortige Freigabe von 20 Millionen Barrel Diesel Priorität habe.
Zugleich räumte er ein, dass die Aussichten auf eine Rückkehr zur Normalität im Jahr 2027 gering seien, so Reuters. In den Vereinigten Staaten kündigte Präsident Trump ein Hilfsprogramm des USDA über 8 Milliarden Dollar für Landwirte an. Das Weiße Haus will damit die stark steigenden Diesel- und Düngemittelkosten vor den Zwischenwahlen abfedern, berichtet CNN.
Quellen: OilPrice.com (Tom Kool, 20. Oktober 2026) mit Verweisen auf Bloomberg, Reuters, CNN, UKMTO und weitere im Originalbericht genannte Medien.
Quelle: oilprice.com