Die Cleveland-Cliffs Inc. hat am 19. Oktober 2026 die Ergebnisse für das dritte Quartal 2026 vorgelegt. Laut der Ergebnispräsentation, die auf der Unternehmenswebsite (clevelandcliffs.com) veröffentlicht wurde, erzielte das Unternehmen Umsatzerlöse von 5,6 Milliarden US-Dollar, Auslieferungen von 4,2 Millionen Net Tons und ein bereinigtes EBITDA von 612 Millionen US-Dollar.
Das Unternehmen bezeichnete das bereinigte EBITDA und die Umsatzerlöse des Quartals als die höchsten seit drei Jahren. Das bereinigte EBITDA stieg um 326 Millionen US-Dollar gegenüber 286 Millionen US-Dollar im zweiten Quartal 2026 und um 469 Millionen US-Dollar gegenüber 143 Millionen US-Dollar im dritten Quartal 2025. Für das Quartal wies das Unternehmen einen Nettogewinn von 165 Millionen US-Dollar aus.
Die Liquidität belief sich zum 30. September 2026 auf 3,2 Milliarden US-Dollar. Der durchschnittliche Verkaufspreis lag nach Angaben des Unternehmens um 53 US-Dollar je Net Ton über dem Vorquartal und erreichte in den in der Präsentation dargestellten Trenddaten 1.177 US-Dollar je Net Ton.
Die Stückkosten sanken gegenüber dem Vorquartal um 17 US-Dollar je Tonne. Die Auslieferungen stiegen gegenüber dem zweiten Quartal um 125.000 Net Tons. Dies ist die höchste Menge seit dem zweiten Quartal 2025 und das dritte Quartal in Folge oberhalb von 4 Millionen Net Tons.
Das Automobilvolumen legte im Quartalsvergleich erneut zu und erreichte den höchsten Stand seit dem dritten Quartal 2023. Nach Produkten entfielen 46 Prozent der Auslieferungen im dritten Quartal auf warmgewalzten Stahl, gefolgt von beschichteten Produkten mit 31 Prozent, kaltgewalztem Stahl mit 15 Prozent sowie Edelstahl und Elektroband bzw. Grobblech mit jeweils 4 Prozent.
Nach Endmärkten ergaben sich Umsatzanteile von 28 Prozent für direkte Automobilkunden, 34 Prozent für Händler und Weiterverarbeiter, 28 Prozent für Infrastruktur und Maschinenbau sowie 10 Prozent für Stahlproduzenten. Die Vertragsstruktur für 2026 setzte sich aus 43 Prozent Festpreisverträgen, 23 Prozent an US-Indizes mit einem Monat Verzögerung gekoppelten Verträgen, 7 Prozent an US-Indizes mit einem Quartal Verzögerung, 12 Prozent US-Spotgeschäft und 15 Prozent Stelco-Spotgeschäft zusammen. Zur Marktlage verwies das Unternehmen auf eine stärkere inländische Stahlnachfrage, wobei Rechenzentren und Rohre für Energieanwendungen als besondere Lichtblicke genannt wurden.
Die geringere Wettbewerbsfähigkeit von Importen habe die Nachfrage nach im Inland produziertem Stahl gestützt. Die Entwicklung des US-HRC-Preises führte das Unternehmen auf steigende inländische Nachfrage, höhere globale Stahlkosten und geringere Importe zurück. Die Präsentation weist außerdem darauf hin, dass die Öl- und Gaspreise weiterhin erhöht sind, wichtige globale Schifffahrtsrouten nach wie vor gestört sind und der Krieg mit dem Iran sowie weitere globale Spannungen die globale Stahlindustrie zusätzlich belastet haben.
Laut den in der Präsentation zitierten Fastmarkets-Preisen vom 15. Oktober 2026 lag US-HRC bei 1.259 US-Dollar je Net Ton und kanadischer HRC bei 1.226 US-Dollar je Net Ton. Im Handelsbereich verwies das Unternehmen auf Daten der USITC.
Demnach betrugen die gesamten US-Importe von Flachstahl (HRC, CRC und beschichtete Produkte) im Durchschnitt rund 750.000 Net Tons pro Monat im Jahr 2024, 465.000 im Jahr 2025 und 352.000 im Durchschnitt seit Jahresbeginn 2026 bis Juli. Dies entspricht einem Rückgang von 53 Prozent gegenüber 2024. Im selben Zeitraum wurden die Zölle nach Section 232 wieder eingeführt.
Die monatlichen US-Importe von Pkw und leichten Lastwagen lagen im Durchschnitt bei 700.000 Fahrzeugen im Jahr 2024, 564.000 im Jahr 2025 und 527.000 im Durchschnitt seit Jahresbeginn 2026. Dies entspricht einem Rückgang von 25 Prozent. In der auf AISI-Daten basierenden Handelstabelle sanken die Importe aus Kanada 2025 um 31 Prozent auf 4.524 Tausend Net Tons, aus Brasilien um 8 Prozent auf 4.126 Tausend Net Tons, aus Mexiko um 20 Prozent auf 2.823 Tausend Net Tons und aus Südkorea um 5 Prozent auf 2.662 Tausend Net Tons.
Die Tabelle weist für jedes der zehn größten Importländer den aktuellen Zollstatus mit einem Zollsatz von 50 Prozent aus. Die Importe aus Deutschland und Taiwan stiegen 2025 um 5 Prozent bzw. 8 Prozent.
In der Bilanz legte das Unternehmen ein Verschuldungsziel von 2,5-fach der Nettoverschuldung zum bereinigten EBITDA der letzten zwölf Monate fest. Es verpflichtete sich, 100 Prozent des Cashflows zur Schuldentilgung einzusetzen, wobei die Schuldenreduzierung oberste Priorität hat. Das Unternehmen verzeichnete keine Anleihefälligkeiten von 2026 bis 2028, sieht einen klaren Weg zur Erreichung des Verschuldungsziels bis Ende des zweiten Quartals 2027 und beabsichtigt, die Liquidität über 2,0 Milliarden US-Dollar zu halten.
Zudem meldete es eine Reduzierung der Netto-Pensions- und OPEB-Verbindlichkeiten um 4,1 Milliarden US-Dollar seit der Übernahme von AM USA, von 4.207 Millionen US-Dollar im Jahr 2020 auf aktuell 110 Millionen US-Dollar. Die Investitionsausgaben für 2026 wurden auf 700 Millionen US-Dollar geschätzt, verglichen mit 561 Millionen US-Dollar im Jahr 2025. Die Präsentation enthielt eine illustrative Überleitung bis 2027.
Ausgangspunkt war das auf Jahresbasis hochgerechnete bereinigte EBITDA des dritten Quartals von rund 2.450 Millionen US-Dollar. Hinzu kommen rund 350 Millionen US-Dollar aus geringeren Abschlägen und höheren Zuschlägen bei indexgebundenen Verträgen, 850 Millionen US-Dollar aus der Verbesserung der Festpreisverträge und 1.100 Millionen US-Dollar aus den aktuellen Preisprognosen, abzüglich einer Kostenbelastung von 250 Millionen US-Dollar. Daraus ergibt sich ein geschätztes bereinigtes EBITDA für 2027 von rund 4.500 Millionen US-Dollar.
Nach rund 1.800 Millionen US-Dollar für Zinsaufwendungen, Investitionsausgaben sowie Pensions- und OPEB-Zahlungen schätzte das Unternehmen den freien Cashflow für 2027 auf rund 2.700 Millionen US-Dollar. Das Unternehmen wies darauf hin, dass die aktuellen Preisprognosen die aktuelle Terminkurve und den aktuellen kanadischen Auftragsbestand widerspiegeln und dass die Überleitung illustrativen Charakter hat. Bei den Investitionen teilte das Unternehmen mit, dass die neu zugeschnittene Modernisierung des Werks Middletown Works, die Hochofenmodernisierungen, Materialflussinfrastruktur und KI-gestützte Prozesssteuerungen umfasst, durch einen Zuschuss des US-Energieministeriums (Department of Energy) über 500 Millionen US-Dollar unterstützt wird.
Sie soll 2030 abgeschlossen sein und 2.300 Arbeitsplätze sichern. Die Erweiterung der Produktion von kornorientiertem Elektroband im Werk Butler Works stellt eine Investition von 200 Millionen US-Dollar dar, die durch einen Zuschuss des Department of Energy über 75 Millionen US-Dollar unterstützt wird. Sie soll das Produktionsvolumen um bis zu 25 Prozent steigern.
Der Abschluss wurde von Mitte 2027 auf Anfang 2028 verschoben. Außerdem nannte das Unternehmen Projekte in Burns Harbor, darunter eine Neuzustellung des Hochofens und den Wiederaufbau einer Kokerei, sowie eine Investition in die Winderhitzer des Hochofens im Werk Lake Erie Works. Bei den Vermögensverkäufen teilte das Unternehmen mit, dass nicht EBITDA-wirksame Vermögenswerte im Gesamtwert von rund 500 Millionen US-Dollar unter Vertrag stehen oder bereits veräußert wurden.
Davon sind bisher rund 130 Millionen US-Dollar eingegangen. Laut Unternehmen sollen 100 Prozent der Nettoerlöse zur Schuldentilgung verwendet werden. Zudem verfügt es über mehr als 1 GW an derzeit ungenutzter Fläche mit Stromanschluss (powered land).
Die Präsentation enthält übliche Hinweise auf zukunftsgerichtete Aussagen. Diese benennen Risiken, darunter Section 232 und andere handelspolitische Maßnahmen, das Abkommen zwischen den Vereinigten Staaten, Mexiko und Kanada (USMCA), die Übernahme von Stelco, die Absichtserklärung (Memorandum of Understanding) mit POSCO sowie die Volatilität der Preise für Stahl, Schrott und Eisenerz. Quellen: Cleveland-Cliffs Inc., Ergebnispräsentation zum dritten Quartal 2026, 19.
Oktober 2026 (clevelandcliffs.com). Preisdaten wie in der Präsentation zitiert von Fastmarkets, Stand 15. Oktober 2026.
Importdaten laut USITC (bis Juli 2026) und AISI.
Quelle: clevelandcliffs.com