Cleveland-Cliffs Inc. hat im dritten Quartal 2026 wieder einen Gewinn erzielt. Dies geht aus dem Quartalsbericht gemäß Formular 10-Q für den am 30. September 2026 endenden Zeitraum hervor, der am 20.
Oktober 2026 bei der U.S. Securities and Exchange Commission eingereicht wurde. Die Umsätze stiegen auf 5.612 Millionen US-Dollar, nach 4.734 Millionen US-Dollar im dritten Quartal 2025.
Der den Aktionären von Cliffs zurechenbare Nettogewinn belief sich auf 152 Millionen US-Dollar bzw. 0,26 US-Dollar je verwässerter Aktie, verglichen mit einem Verlust von 251 Millionen US-Dollar bzw. 0,51 US-Dollar je verwässerter Aktie im Vorjahr.
Das Adjusted EBITDA erreichte 612 Millionen US-Dollar, gegenüber 143 Millionen US-Dollar im Vorjahresquartal. Quelle: Cleveland-Cliffs Inc., Formular 10-Q für das am 30. September 2026 endende Quartal (api-gw-prd.stocktwits.com).
Das Unternehmen führte die Verbesserung vor allem auf die Preise zurück. Der Preis für warmgewalzte Coils (HRC) im Inland, den das Unternehmen als wichtigsten Index für seine Umsätze und seine Profitabilität bezeichnet, lag im dritten Quartal 2026 im Durchschnitt bei 1.195 US-Dollar je Net Ton. Das entspricht einem Anstieg von 42 % gegenüber dem dritten Quartal 2025 und dem höchsten Quartalsdurchschnitt je Net Ton seit dem zweiten Quartal 2022.
Cleveland-Cliffs meldete für das Quartal einen durchschnittlichen Verkaufspreis von 1.177 US-Dollar je Net Ton Stahlprodukte, verglichen mit 1.032 US-Dollar ein Jahr zuvor. Die Umsätze aus der Stahlproduktion stiegen von 4.561 Millionen US-Dollar auf 5.447 Millionen US-Dollar. Die Versandmenge von Stahlprodukten legte um 3 % auf 4.150 Tausend Net Tons zu.
Der Versand von warmgewalztem Stahl stieg im Jahresvergleich um 28 %. Die Handelspolitik bleibt ein zentraler Faktor für die Aussichten des Unternehmens. Laut dem Bericht setzte die Administration von Präsident Trump im Jahr 2025 Zölle von 50 % auf Stahlimporte aus allen wichtigen stahlproduzierenden Ländern durch.
Anfang April 2026 passte eine Proklamation die Zölle nach Section 232 an. Der Satz von 50 % auf Stahlprodukte blieb bestehen und wurde auf den vollen Wert von Artikeln aus Eisen und Stahl ausgeweitet, einschließlich Rohr- und Röhrenprodukten. Das Unternehmen erklärte, dass die gesamten Stahlimporte von Jahresbeginn bis August 2026 im Vergleich zum gleichen Zeitraum 2025 um 15 % zurückgingen.
Die Importmengen von Fertigstahl lagen im dritten Quartal weiterhin deutlich unter dem historischen Niveau. Cleveland-Cliffs wies außerdem darauf hin, dass Kanada Zollkontingente für Stahlimporte eingeführt hat. Das Department of Finance Canada kündigte im zweiten Quartal 2026 eine Verlängerung der Regelung bis Juni 2027 an.
Die genannten Nachfrageindikatoren waren gemischt. Die Produktion von leichten Fahrzeugen in Nordamerika lag im dritten Quartal 2026 bei rund 3,8 Millionen Einheiten, nach rund 4,0 Millionen Einheiten im dritten Quartal 2025. Die Verkäufe leichter Nutzfahrzeuge in den USA erreichten laut dem Unternehmen im Quartal saisonbereinigt eine annualisierte Rate von durchschnittlich 16,4 Millionen Einheiten.
Die direkten Automobilumsätze stiegen auf 1.541 Millionen US-Dollar, nach 1.356 Millionen US-Dollar im Vorjahr. Das Unternehmen erklärte, dass seine direkten Automobillieferungen im Quartal die höchsten seit dem dritten Quartal 2023 waren. Der Bericht verweist zudem auf einen im Jahr 2025 eingeführten Zoll von 25 % auf Importe von Automobilen und bestimmten Autoteilen.
Auf der Kostenseite meldete das Unternehmen, dass der Preis für Busheling-Schrott im dritten Quartal 2026 im Durchschnitt bei 465 US-Dollar je Long Ton lag. Das liegt über dem bisherigen jährlichen Zehnjahresdurchschnitt von rund 400 US-Dollar je Long Ton. Cleveland-Cliffs erwartet eine Verknappung des Schrottangebots.
Als Gründe nennt das Unternehmen den rückläufigen Anfall von Primärschrott, das Wachstum der Lichtbogenofenkapazitäten in den USA, eine geringere Verfügbarkeit von Metallimporten und Störungen in den Lieferketten. Das Unternehmen betreibt überwiegend Hochöfen und deckt den größten Teil seines Eisenrohstoffbedarfs intern aus seinen Bergbau- und Pelletierbetrieben in Michigan und Minnesota. Nach Angaben von Cleveland-Cliffs stärken höhere Schrottpreise deshalb seine Wettbewerbsposition.
Der Bericht weist außerdem darauf hin, dass die Stahlindustrie mit erhöhten Frachtraten sowie höheren Kosten für Strom, Gas und andere Versorgungsleistungen konfrontiert ist. Der Krieg mit dem Iran habe die globalen Stahlkosten und Frachtraten steigen lassen. Das Unternehmen erwartet, dass Importe dadurch weniger attraktiv werden.
Finanziell meldete das Unternehmen für die ersten neun Monate 2026 einen Mittelzufluss aus operativer Tätigkeit von 129 Millionen US-Dollar, verglichen mit einem Mittelabfluss von 449 Millionen US-Dollar im Vorjahr. Die Auszahlungen für Investitionen beliefen sich im Zeitraum auf 461 Millionen US-Dollar. Für die kommenden zwölf Monate rechnet das Unternehmen mit Gesamtinvestitionen von rund 1,0 Milliarden US-Dollar.
Der Gesamtnennbetrag der Schulden lag zum 30. September 2026 bei 7.712 Millionen US-Dollar. Darin enthalten sind 834 Millionen US-Dollar, die unter der asset-based revolving credit facility (ABL-Fazilität) in Anspruch genommen wurden.
Diese Fazilität hat eine maximale Kreditbasis von 4,75 Milliarden US-Dollar und läuft im Juni 2028 aus. Cleveland-Cliffs nannte eine Liquidität von 3,2 Milliarden US-Dollar, bestehend aus Barmitteln und verfügbaren Mitteln unter der ABL-Fazilität. In den ersten neun Monaten 2026 kaufte das Unternehmen keine eigenen Aktien zurück.
Von der Aktienrückkaufermächtigung standen noch 1,4 Milliarden US-Dollar zur Verfügung. Der Bericht enthält Sensitivitätsangaben zu den Derivatepositionen des Unternehmens. Eine hypothetische Veränderung des HRC-Preises um 10 % würde sich laut dem Unternehmen mit minus 72 Millionen US-Dollar auf den beizulegenden Zeitwert der ausstehenden Derivate auswirken.
Eine Veränderung um 25 % hätte einen negativen Effekt von 179 Millionen US-Dollar. Auf Basis der beizulegenden Zeitwerte vom 30. September 2026 schätzte Cleveland-Cliffs zudem Nettoverluste von 130 Millionen US-Dollar aus seinen HRC-Verkaufsswaps.
Diese werden in den nächsten zwölf Monaten aus dem kumulierten sonstigen Ergebnis in die Umsatzerlöse umgegliedert. Zu den strategischen Initiativen gehört laut dem Bericht eine Absichtserklärung (Memorandum of Understanding) mit POSCO Holdings, die das Unternehmen als mögliche strategische Partnerschaft beschreibt. Das Unternehmen betonte, dass nicht zugesichert werden könne, ob verbindliche Vereinbarungen abgeschlossen werden oder die Partnerschaft wie erwartet zustande kommt.
UBS fungiert als Finanzberater bei der möglichen Transaktion. Außerdem teilte das Unternehmen mit, dass das US-Energieministerium (DOE) einen Rahmen geschaffen hat, um die Verhandlungen über die Investition in Middletown Works abzuschließen. Das Gesamtvolumen der Investition beträgt 1 Milliarde US-Dollar und wird je zur Hälfte von Cleveland-Cliffs und dem DOE getragen.
Ein bereits zugesagter DOE-Zuschuss über 500 Millionen US-Dollar wurde neu ausgerichtet. Der Abschluss des Projekts ist für 2030 vorgesehen. Zudem hat das Unternehmen den Veredelungsbetrieb seines Werks Hamilton Works in Kanada unbefristet stillgelegt.
Als Gründe nennt es die schwache Nachfrage nach veredelten Blechprodukten und die anhaltende Präsenz von Importen auf dem kanadischen Markt. Im Bereich Dekarbonisierung erklärte das Unternehmen, dass seine durchschnittlichen Scope-1- und Scope-2-Emissionen bei integrierten Hütten im Jahr 2025 von 1,82 auf 1,64 Tonnen CO2-Äquivalent je Tonne produziertem Rohstahl gesunken sind. Verglichen wird dabei mit dem Niveau von 2020.
Das Unternehmen befindet sich zudem in konstruktiven Verhandlungen mit der United Steelworkers (USW), um verschiedene Tarifverträge in seinen Bergbau- und Stahlbetrieben zu erneuern. Davon sind mehr als 18.000 Beschäftigte betroffen. Alle Angaben stammen aus dem ungeprüften Formular 10-Q des Unternehmens.
Der Bericht enthält außerdem zukunftsgerichtete Aussagen, die Risiken unterliegen, darunter Volatilität der Stahlpreise, handelspolitische Entwicklungen und der Ausgang der Gespräche mit POSCO. Quelle: Cleveland-Cliffs Inc., Formular 10-Q für das am 30. September 2026 endende Quartal, eingereicht am 20.
Oktober 2026.
Quelle: api-gw-prd.stocktwits.com