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Gerdau Q3 2026: Nordamerikanische Margen erreichen Vierjahreshoch, während Brasilien unter Importdruck steht und der Freie Cashflow im Quartal versechsfacht wird

Gerdau S.A. hat am 27. Oktober 2026 die Ergebnisse für das dritte Quartal 2026 vorgelegt. Das EBITDA lag bei 3,8 Milliarden BRL, die EBITDA-Marge bei 20,2 %, dem höchsten Stand seit dem zweiten Quartal 2023.

Dies geht aus dem Transkript der Ergebniskonferenz hervor, das The Motley Fool (fool.com, 28. Oktober 2026) veröffentlicht hat. CEO Gustavo Werneck erklärte, Nordamerika habe eine EBITDA-Marge von 27,7 % erzielt, den höchsten Wert seit vier Jahren.

Getragen wurde dies von einer widerstandsfähigen Nachfrage und einer starken operativen Leistung der Werke in der Region. In Brasilien verzeichnete das Unternehmen eine leichte Erholung der Ergebnisse, trotz anhaltenden Drucks durch Stahlimporte und eines Überangebots an Stahl auf dem heimischen Markt. Das bereinigte Nettoergebnis stieg auf 1,5 Milliarden BRL, und das Ergebnis je Aktie kletterte von 0,74 BRL auf 0,79 BRL, so CFO Rafael Japur.

Im Quartal erwirtschaftete das Unternehmen einen Freien Cashflow von 1,4 Milliarden BRL, das Sechsfache des Wertes aus dem zweiten Quartal. Für die ersten neun Monate 2026 belief sich der Freie Cashflow auf 1,7 Milliarden BRL, verglichen mit einem Mittelabfluss von 1 Milliarde BRL im gleichen Zeitraum des Jahres 2025. Japur führte die Differenz vor allem auf das höhere EBITDA, insbesondere in Nordamerika, sowie auf geringere konsolidierte Anforderungen an das Working Capital und niedrigere Investitionen als in den vergangenen Jahren zurück.

Gerdau S.A. zahlt in diesem Quartal eine Dividende von 0,34 BRL je Aktie, Metalurgica Gerdau von 0,16 BRL je Aktie. Japur sagte, Dividenden und Aktienrückkäufe der Gerdau S.A. hätten im Jahr 2026 mehr als 1,8 Milliarden BRL an die Aktionäre zurückgeführt. Das Verhältnis von Nettoverschuldung zu EBITDA lag bei 0,58x.

Im Quartal verlängerte Gerdau seine globale revolvierende Kreditfazilität um weitere fünf Jahre, die verfügbare Kapazität wurde um 29 % auf 1,125 Milliarden USD erhöht. Am 22. Oktober hob S&P den Ausblick für das Unternehmen von neutral auf positiv an, bei einem Rating von BBB.

Japur merkte an, dass auch Fitch das Rating früher im Quartal überprüft hatte. Zur Lage in Brasilien erklärte das Management, die Nachfrage schwäche sich aufgrund der typischen Saisonalität zum Jahresende und weiterer Faktoren ab, während der Inlandsmarkt weiterhin unter übermäßigen Stahlimporten leide. Werneck erwartet die Fortführung und Verschärfung der von der Regierung nach der Wiederwahl von Präsident Lula eingeführten Handelsschutzmaßnahmen sowie neue Maßnahmen zur Verbesserung der Wettbewerbsfähigkeit der brasilianischen Industrie.

Außerdem verwies er auf die Notwendigkeit von Fortschritten bei der Energieagenda, darunter ein wettbewerbsfähigerer Erdgasmarkt und eine größere Stabilität beim Zugang zu erneuerbarer Energie, sowie auf die weitere Umsetzung der Reform der Verbrauchsteuer. Zu Antidumping sagte Werneck, die technische Analyse des Ministeriums mache mit fachlicher Sorgfalt Fortschritte, und Antidumping könnte ein nächster Schritt sein, falls die bestehenden Maßnahmen nicht ausreichen. Operativ hat Gerdau den Betrieb seines Recyclingzentrums in Pindamonhangaba im Bundesstaat São Paulo aufgenommen und führt die abschließenden integrierten Tests für die Erweiterung der Eisenerzkapazität an der Mine Miguel Burnier in Ouro Preto, Minas Gerais, durch.

Der Betrieb soll im vierten Quartal starten. Werneck sagte, der Hochlauf werde sich bis ins vierte Quartal erstrecken und durch Regenwetter im Süden des Landes verlangsamt, das er mit El Niño in Verbindung brachte. Ein wesentlicher Teil des Nutzens des Projekts werde 2027 realisiert, aber nicht der volle Nutzen.

Der erwartete Effekt dürfte etwa in der Größenordnung von 400 Millionen BRL liegen, wie bereits auf dem letzten Investor Day angegeben. In Midlothian in Nordamerika schließt das Unternehmen derzeit einen Wartungsstillstand ab und erweitert die Schmelzkapazität an seinem Hauptwalzwerk. Auch dort ist im vierten Quartal ein Hochlauf geplant.

Zu den Margen stellte Werneck den margenbasierten Ausblick von Gerdau dem auf Ergebnissen basierenden Ausblick von Nucor gegenüber. Gerdau erwartet eine stabile Marge, wobei positive Preisdynamik durch saisonale Faktoren ausgeglichen wird. Die Produktions- und Versandmengen sind im vierten Quartal typischerweise niedriger, wodurch die Verteilung der Fixkosten ungünstiger ausfällt.

Die Kosten für die ungenutzten Kapazitäten in Midlothian werden im vierten Quartal ausgewiesen. Für Nordamerika bezifferte Japur den Markt für Stabstahl und Träger auf etwa 9 Millionen Tonnen, beziehungsweise auf 15 bis 16 Millionen Tonnen, wenn Handelsstabprodukte insgesamt einbezogen werden. Als Wettbewerbsfaktor nannte er DEACERO, einen neuen Marktteilnehmer in Mexiko mit Schwerpunkt auf schweren Trägern, dessen Hochlauf angesichts der Produktkomplexität jedoch langsam erwartet wird.

Japur sagte, ein trilaterales USMCA-Abkommen sei unwahrscheinlich. Ein bilaterales Abkommen zwischen den Vereinigten Staaten und Kanada wäre für Gerdau per saldo positiv, während ein Abkommen zwischen Mexiko und den Vereinigten Staaten die Margen per saldo belasten könnte. Als Nachfragetreiber nannte das Management Rechenzentren, Investitionen im Zusammenhang mit künstlicher Intelligenz, Energie und Übertragungsnetze, den Schiffbau, Kernkraftprojekte sowie Investitionen im Rahmen des CHIPS Act.

Werneck sagte, Gerdau ziehe in den Vereinigten Staaten keine größeren Übernahmen oder Greenfield-Werke in Betracht, der Fokus liege auf selektiver organischer Kapazitätserweiterung. Japur erklärte, in Nordamerika seien weder eine Abspaltung noch eine größere Übernahme geplant. Bei den Investitionsausgaben (CapEx) sagte Japur, der Mittelabfluss liege nun näher bei 4 Milliarden BRL, verglichen mit 4,5 bis 4,7 Milliarden BRL, die ursprünglich in der Prognose enthalten waren.

Den Rückgang führte er vor allem auf eine selektivere Genehmigung von Projekten und das Ruhen einzelner Anlagen zurück, nicht auf Verzögerungen bei den Projekten in Midlothian oder im Bergbau. Japur sagte außerdem, das Unternehmen könne seine Richtlinie zur Bruttoverschuldung überprüfen. Diese war festgelegt worden, als der Dollar bei 3 bis 3,50 BRL stand, und liegt nun nahe 5,30 BRL.

Auch eine Überprüfung der Richtlinie zur Nettoverschuldung im Verhältnis zum EBITDA könne in Betracht gezogen werden. Im Bergbau sieht Gerdau Eisenerz laut Japur als mögliches Wachstumsfeld und verweist dabei auf bestehende Vermögenswerte und weitere Bergbaurechte in Minas Gerais, konkrete Initiativen wurden jedoch noch nicht angekündigt. Das Management erklärte zudem, der erwartete Nutzen von Miguel Burnier sei auf Basis eines früheren Eisenerzpreises CFR von rund 90 USD je Tonne berechnet worden, während die FOB-Preise bei etwa 70 USD lagen, und die aktuellen Bedingungen hätten sich verändert.

In Südamerika war das Ergebnis im Quartal laut Management schwach, vor allem wegen geringerer Mengen in Argentinien. Peru erzielt strukturell wiederkehrende EBITDA-Margen von rund 15 %, die das Unternehmen als Referenzwert für die südamerikanischen Aktivitäten heranziehen will. Das nächste große Ereignis ist der Investor Day am 4.

Dezember 2026. Quellenhinweis: Transkript der Ergebniskonferenz von Gerdau (GGB) zum dritten Quartal 2026 vom 27. Oktober 2026, veröffentlicht von The Motley Fool auf fool.com am 28.

Oktober 2026.

Quelle: fool.com

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