Kupfer testet seine Unterstützungstrendlinie aus dem April, obwohl das weltweite Minenangebot von Kupfer im ersten Halbjahr 2026 laut einer Analyse von Beincrypto, veröffentlicht auf Mitrade, um 1,1 % gesunken ist. Das Metall ist in diesem Jahr um mehr als 15 % gestiegen, doch die Quelle weist darauf hin, dass der Engpass im Erz liegt und nicht im fertigen Metall, was die bullische Argumentation erschwert. Ausfälle in Grasberg in Indonesien und Kamoa-Kakula im Kongo haben laut Sprott rund 600.000 Tonnen der für 2026 erwarteten Förderung zunichtegemacht.
Das entspricht etwa 2,5 % des globalen Minenangebots. Morgan Stanley erwartet in seiner überarbeiteten Prognose nun, dass das Minenangebot in diesem Jahr stagniert oder leicht sinkt. Damit käme es zum ersten jährlichen Rückgang seit 2017.
Die Quelle verweist außerdem auf eine Studie von S&P Global, wonach die Erschließung einer Lagerstätte im Durchschnitt 17 Jahre dauert. Die Verknappung zeigt sich bereits bei den Erzpreisen. Laut lokalen Berichten, die der Artikel unter Berufung auf den Rio Times zitiert, verkaufte Antofagasta Erz aus Centinela zu einem Verarbeitungsentgelt von minus 310 Dollar pro Tonne.
Faktisch zahlte der Bergbaukonzern also den Käufer. Raffiniertes Metall ist hingegen noch nicht knapp. Die Daten der International Copper Study Group (ICSG), auf die sich der Artikel stützt, weisen im ersten Halbjahr einen Überschuss an raffiniertem Kupfer von 131.000 Tonnen aus, da die Schmelzhütten verstärkt auf Schrott zurückgreifen.
Zu den am stärksten betroffenen Abnehmern zählen Rechenzentren für künstliche Intelligenz (KI). Laut Schätzungen von Industrial Info Resources kann ein KI-Campus mit einer Leistung von 1 Gigawatt bis zu 50.000 Tonnen Kupfer benötigen. Der Artikel merkt an, dass Kupfer weniger als 0,5 % des Budgets eines Rechenzentrums ausmacht.
Die Kosten sind daher eine untergeordnete Frage, während Verzögerungen bei Transformatoren und Kabeln das größere Risiko darstellen. Auch langfristig sieht das Bild angespannter aus. S&P Global prognostiziert für 2040 eine Nachfrage von 42 Millionen Tonnen, während das Angebot voraussichtlich rund 10 Millionen Tonnen darunter liegt.
Kurzfristig erreichten die Lagerbestände im Comex-Lager im September mit rund 700.000 Tonnen einen Rekordwert. Zudem positionieren sich Händler vorab auf einen geplanten Zoll von 15 % auf raffinierte Importe ab 2027. Technisch testet Kupfer laut Artikel seine aufsteigende Unterstützungslinie zum fünften Mal.
Die Linie hielt bereits bei vier früheren Tests im Juni, Juli, September und Anfang Oktober stand. Der Kurs liegt zudem knapp unter einer horizontalen Widerstandszone bei etwa 6,70 Dollar pro Pfund, die seit Mai Kursgewinne gebremst hat. Ein bestätigter Ausbruch über diese Zone könnte eine Bewegung in Richtung 6,95 Dollar eröffnen, dem in der Quelle genannten Rekordhoch.
Seit diesem Rekord fallen jedoch die Hochs, wodurch der Kurs auf die Trendlinie zusammengedrückt wird. Bricht die Unterstützung, könnte die Fibonacci-Retracement-Marke von 0,382 bei etwa 6,31 Dollar als nächster Boden dienen. Der Relative-Stärke-Index (RSI) bewegt sich nahe 50, einem neutralen Wert, der weder Bullen noch Bären begünstigt, so die Analyse.
Der Artikel vergleicht Kupfer außerdem mit Bitcoin. Kupfer verzeichnete im August einen Rekordschlusskurs, gemeinsam mit Zugewinnen bei Gold und Bitcoin während der Rallye im Abwertungshandel (Debasement-Trade). Seitdem haben sich die beiden Märkte jedoch auseinanderentwickelt.
Kupfer liegt im Jahresvergleich rund 33 % im Plus, während der Bitcoin-Kassapreis mit etwa 81.700 Dollar rund 25 % tiefer liegt. Die Quelle ergänzt, dass Miner, die sich der KI zuwenden, mit dem breiteren Markt um kupferintensive Transformatoren und Kabel konkurrieren. Laut Analyse würde ein Bruch unter die Trendlinie aus dem April prüfen, ob Anleger Kupfer weiterhin als Hartwert-Absicherung betrachten.
Quelle: Analyse von Beincrypto, veröffentlicht auf Mitrade, unter Verweis auf Sprott, Morgan Stanley, S&P Global, Rio Times, International Copper Study Group, Industrial Info Resources und TradingView-Charts.
Quelle: mitrade.com